Satellitenbild der Woche Grau ist die Wüste

Seit drei Jahren regnet es kaum noch in Kalifornien. Bilder des Erdbeobachtungssatelliten "Terra" zeigen, dass die einst grüne Landschaft heute zunehmend einer Wüste gleicht.


Vielerorts wächst kaum mehr etwas im US-Bundesstaat Kalifornien. Seit rund drei Jahren kämpft der Südwesten der USA mit einer extremen Dürre. Es regnet kaum. Der Nasa-Erdbeobachtungssatellit "Terra" hat das Ausmaß der Trockenheit dokumentiert und zeigt, wie sich die Vegetation in der Region von April 2011 bis Mai 2014 verändert hat.

Auf den Bildern ist eine Fläche von rund 1200 Quadratkilometern im Norden der Stadt Fresno zu sehen, zwischen dem San Joaquin Valley und dem Yosemite-Nationalpark. Die roten Bereiche sind in Wirklichkeit grün, also bewachsen. Braungrau sind die Flächen, auf denen keine Pflanzen mehr wachsen.

Die rechteckigen Muster unten links im Bild sind Felder. Dunkelblau eingefärbt sind drei Seen, der Eastman Lake, der Hensley Lake und der Millerton Lake. Alle drei Seen sind künstlich angelegt und dienen als Wasserreservoirs für die Landwirtschaft.

Wasservorräte auf historischem Tiefstand

Die Dürre in den USA dauert bereits seit 14 Jahren an. Alarmierend ist die Situation seit drei Jahren: Die Pegel vieler Wasserreservoirs und der Grundwasserspiegel sind auf historische Tiefstände gesunken. Meteorologen sprechen von der schlimmsten Dürre nach den Trockenkatastrophen um 1923 und Ende der Siebzigerjahre. Vor allem die schwindenden Grundwasservorräte beunruhigen Forscher.

Um die Wasserreserven zu schonen, hat der US-Bundesstaat Nevada bereits seit ein paar Jahren drastische Maßnahmen ergriffen, um Wasser zu sparen. Der Staat Kalifornien hat seinen Bürgern erst im August den sparsamen Umgang mit Wasser verordnet. Sie dürfen zum Beispiel ihre Bürgersteige und Einfahrten nicht mehr mit dem Gartenschlauch abspritzen, Springbrunnen mit Trinkwasser füllen oder Grünflächen so stark bewässern, dass überschüssiges Wasser abläuft.

Colorado River: Die gefährdete Lebensader des Westens

Colorado River und Lake Powell am 25. März 1999

20. April 2000

23. April 2001

12. Mai 2002

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20. April 2012

26. April 2013

13. Mai 2014

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insgesamt 20 Beiträge
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hador2 09.08.2014
1. Seltsame Bilder...
Ich verstehe ja, dass sich die Farbe der ehemals bewachsenen und jetzt verdörrten Flächen von Rot nach Grau ändert. ABER: Warum um alles in der Welt ändern sich links unten im Bild die offensichtlich bebauten/bewirtschafteten ehemals grauen Flächen gleichzeitig fast alle in Rote? Das würde ja heißen was vorher nicht bewachsen war wäre jetzt bewachsen. Oder ist das ein Problem mit einer unterschiedlichen Skala? In dem Fall taugt dann aber der Vergleich der beiden Bilder nichts.
Blindleistungsträger 09.08.2014
2. Seems it never rains in Southern California
"Seems it never rains in Southern California". Das sang in den Siebzigern Albert Hammond. So bestätigt dies zeitgenössische Lied die Aussage im Text, dass es am "Ende der Siebzigerjahre" auch schon so war. Die Amerikaner sind damals nicht verdurstet und sie werden es diesmal auch nicht. Ich bin der Ansicht, dass die Amerikaner sehr starke Einwirkungen benötigen um ihr Handeln zu ändern. So eine Dürre wird hoffentlich dazu führen, dass die Amerikaner nicht mehr so verschwenderisch mit ihren Wasservorräten umgehen.
Whitejack 09.08.2014
3.
Zitat von hador2Ich verstehe ja, dass sich die Farbe der ehemals bewachsenen und jetzt verdörrten Flächen von Rot nach Grau ändert. ABER: Warum um alles in der Welt ändern sich links unten im Bild die offensichtlich bebauten/bewirtschafteten ehemals grauen Flächen gleichzeitig fast alle in Rote? Das würde ja heißen was vorher nicht bewachsen war wäre jetzt bewachsen. Oder ist das ein Problem mit einer unterschiedlichen Skala? In dem Fall taugt dann aber der Vergleich der beiden Bilder nichts.
Entweder das, oder die Bilder sind zu unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen worden. Ich weiß zwar nicht, was in der Gegend dort angebaut wird, aber wahrscheinlich sind die Felder im Winter kahl.
pejoachim 09.08.2014
4. Klimaschutz in Kalifornien? Fehlanzeige!
Ich erinnere mich sehr gut an unseren Besuch vor Jahren in Sea World in Kalifornien. Überall reizende Pinguinbabys und das Selbstlob, wieviel Sea World für die Antarktis und Arktis tut. Eiskalt gekühlte Hallen und gleichzeitig trotz der ununterbrochen scheinenden Sonne nicht ein einziges Solarpaneel auf den reichlich vorhandenen Dächern, kein Hinweis auf dem Gelände, spritfahrende Autos zu fahren ... und auf dem Parkplatz fast nur riesige PKW. Klimaschutz und Hilfe für die Pole sieht anders aus.
sonicprisma 09.08.2014
5.
Zitat von hador2Ich verstehe ja, dass sich die Farbe der ehemals bewachsenen und jetzt verdörrten Flächen von Rot nach Grau ändert. ABER: Warum um alles in der Welt ändern sich links unten im Bild die offensichtlich bebauten/bewirtschafteten ehemals grauen Flächen gleichzeitig fast alle in Rote? Das würde ja heißen was vorher nicht bewachsen war wäre jetzt bewachsen. Oder ist das ein Problem mit einer unterschiedlichen Skala? In dem Fall taugt dann aber der Vergleich der beiden Bilder nichts.
Hat mich auch gewundert, ich denke das liegt an Bepflanzungszyklen. Frisch gepflügt: grau - reif für die Ernte: rot. Da diese Flächen wahrscheinlich künstlich bewässert werden ist dieser Wechsel wohl unabhängig von der Regenmenge.
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