Waldzustand Eichen in Deutschland geht es besser

Noch vor einem Jahr war die Hälfte aller Eichen in Deutschland krank, jetzt zeigt sich ein positiver Trend. Der Wald in Deutschland scheint sich allmählich zu erholen - noch aber ist ein Großteil der Bäume krank.

Eiche: Vor allem Schmetterlingsraupen machen der Baumart zu schaffen
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Eiche: Vor allem Schmetterlingsraupen machen der Baumart zu schaffen


Pünktlich zum nahenden Frühlingsbeginn gibt es gute Nachrichten aus den deutschen Wäldern: Die Eichenbäume gesunden allmählich. Obwohl ein positiver Trend abzulesen ist, ist der Anteil kranker Eichen aber nach wie vor hoch: 2013 hatten im Schnitt gut 40 von 100 Bäumen deutliche Schäden an den Kronen. Im Jahr zuvor war noch jeder zweite der Laubbäume krank, wie das Bundesagrarministerium am Montag in Berlin mitteilte.

Ganz ohne Schäden war nur jede fünfte Eiche. Damit stieg der Anteil der gesunden Eichen um zwei Prozentpunkte auf 19 Prozent. Dennoch bleiben sie die Baumart mit dem kritischsten Zustand. Eichen setzen vor allem Fraßschäden durch Schmetterlingsraupen zu, neue Austriebe befällt dann oft Mehltau.

Nur knapp zwei Fünftel aller Bäume sind ganz gesund

Insgesamt sank der Anteil aller Laub- und Nadelbäume mit deutlichen Kronenschäden von einem Viertel - 25 Prozent - auf 23 Prozent, so die Waldschadenserhebung 2013. Gar keine Schäden hatten im Schnitt nun 38 von 100 Bäume. Im Vorjahr waren es 39 von 100 gewesen.

Neben den Eichen, die im Schnitt 10 von 100 Bäume in Deutschland ausmachen, gehören die Nadelbäume Fichte und Kiefer sowie Buchen zu den wichtigsten Baumarten hierzulande. Unter 100 Bäumen wachsen im Durchschnitt 28 Fichten, 24 Kiefern und 15 Buchen. Auch die Situation dieser Bäume hat sich leicht verbessert oder zumindest nicht verschlechtert:

  • Bei den Fichten sankt der Anteil deutlicher Kronenschäden um drei Punkte auf 24 Prozent.
  • 35 von 100 Buchen hatten 2013 im Schnitt stark gelichtete Kronen. Im Vorjahr waren es durchschnittlich 38 von 100.
  • Unter den Kiefern lag der Anteil stark geschädigter Bäume unverändert bei im Schnitt 11 von 100 Bäumen.

Als "deutlicher" Schaden wird bei den Stichproben eingestuft, wenn mehr als ein Viertel der Krone licht ist. Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfläche in Deutschland. Der Waldzustand wird seit 1984 basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben jährlich in den Monaten Juli und August von den Ländern erhoben.

jme/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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spon_2277428 10.03.2014
1. Und was wäre natürlich?
Oder ist "Ungeziefer" anthropogen?
FairPlay 10.03.2014
2. Der Wald
in Deutschland hat sich erholt ? Was für ein Blödsinn. Der Wald ist vor allem in Baden Württemberg nach wie vor stark erkrankt. Von einer annähernden Gesundung des Waldes kann man frühestens in 5 Jahren ausgehen. Voraus gesetzt, die Umweiltverschmutzung nimmt nicht weiter zu.
ijf 10.03.2014
3. eichen....
Die sind doch wie unkraut... Wo die wachsen, gedeiht nix anderes mehr... Meine persoenliche hitliste der unerwuenschten baeume: eichen, ahorn, christusdorn - die bekaempfe ich seit jahren immer wieder in meinem garten. Mir waere es lieber, die "baumforscher" und -"doktoren faenden endlich was wirksames fuer die leidenden kastanien und linden - baeume, die seltener oder gar nicht in waeldern wachsen, sondern jahrhundertelang unseren staedten beim atmen halfen...
diplodocus 10.03.2014
4. Seit 40 Jahren stirbt der deutsche Wald...
...und es geht ihm immer besser. Aber es werden jedes Jahr weiterhin Hiobsbotschaften à la "immer noch kritischer Zustand" verbreitet, um den Beteiligten weiterhin Bedeutung und Unabdingbarkeit, d.h. Stellen und Budgets zu sichern. Wie immer, wenn erst einmal Gruppen und Institutionen etabliert werden tun diese alles zum eignen Erhalt, auch wenn der Daseinsgrund schon lange obsolet ist. Gab es eigentlich jemals eine Zeit, in der es dem Wald nachweislich besser ging als heute?
cbaurtx 10.03.2014
5. Sehr oberflaechlich
Zitat von sysopDPANoch vor einem Jahr war die Hälfte aller Eichen in Deutschland krank, jetzt zeigt sich ein positiver Trend. Der Wald in Deutschland scheint sich allmählich zu erholen - noch aber ist ein Großteil der Bäume krank. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/eichen-in-deutschen-waeldern-erholen-sich-wieder-a-957870.html
Nachdem im Artikel nicht erwaehnt wird ob die Gesammtzahl der Baeum ab oder zugenommen hat ist die Aussagekraft Nahe Null. Sind erst mal alle Baeume abgestorben so gibt es keine kranken Baeume mehr. Und selbst wenn sich die Anzahl nicht viel veraendert kann die Situation immer noch sehr schlecht sein, zum Beispiel wenn der Bestand durch nachpflanzen stark verjuengt wurde.
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