Botanischer Bericht Ein Fünftel aller Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht

Landwirtschaft und Holzgewinnung sind die größte Gefahr: Laut einem Bericht könnten 20 Prozent aller Pflanzen von der Erde verschwinden - sogar ein 100 Tonnen schwerer Baum.
Botaniker mit Blume Paphiopedilum Rothschildianum

Botaniker mit Blume Paphiopedilum Rothschildianum

Foto: Kirsty Wigglesworth/ AP

Es steht schlecht um die Pflanzenwelt: Britische Forscher haben erstmals einen umfassenden Bericht  zum Zustand der weltweiten Flora vorgestellt. Laut dem "State of the World's Plants report" ist ein Fünftel aller Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, schreiben die Experten der Kew Royal Botanic Gardens in London. Schuld sei oft der Mensch, aber auch Krankheiten und andere Pflanzen könnten für das Aussterben einer Spezies verantwortlich sein.

Die größte Bedrohung für die Vielfalt von Pflanzen gehe von der Landwirtschaft, der Holzgewinnung und der Ausdehnung menschlicher Siedlungen aus. Weitere Gründe für den Artenschwund seien Krankheiten und invasive Spezies, die sich in fremder Umgebung ausbreiten und einheimische Pflanzen verdrängen können. Dazu zählen die Forscher rund 5000 Pflanzenarten.

Artenreichtum in Brasilien, China und Australien

Etwa 2000 Arten wurden erst im vergangenen Jahr entdeckt. Dazu gehört der 100 Tonnen schwere Gilbertiodendron maximum, ein Baum, der nur im Regenwald von Gabun vorkommt und massiv vom Aussterben bedroht ist. Der fleischfressende Sonnentau Drosera magnifica wurde auf einem Foto auf Facebook als neue Art erkannt. Die meisten neuen Arten wachsen in Brasilien, China und Australien.

Rund 30.000 Pflanzen werden vom Menschen genutzt, zum Beispiel als Nahrungsmittel oder Rohmaterial für Textilien. Die weitaus größte Gruppe der Nutzpflanzen diene zur Gewinnung von Medikamenten, schreiben die Forscher.

Der Bericht beinhaltet auch Informationen über die genetische Verwandtschaft von Pflanzen. Diese könnten dabei helfen, neue Pflanzen als Nutzpflanzen zu entdecken, aber auch Pflanzen zu züchten, die widerstandsfähig gegen Krankheiten und Parasiten sind. Vollständig entziffert sind aber gerade einmal die Genome von 139 Pflanzen.

In dem Bericht sind alle bislang bekannten 390.000 Arten von Gefäßpflanzen beschrieben, darunter etwa 370.000 Blütenpflanzen.

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joe/dpa
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