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28. Dezember 2013, 09:02 Uhr

Einsatz in der Antarktis

Eisbrecher "Schneedrache" scheitert mit Rettungsversuch

Die Rettung der "Akademik Shokalskiy" gerät ins Stocken: Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" kann nicht bis zum Forschungsschiff mit Touristen und Wissenschaftlern an Bord vordringen. Das Polareis ist zu dick.

Sydney - Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" kann ein im Polareis eingeschlossenes Forschungsschiff mit Wissenschaftlern und Touristen an Bord nicht erreichen. Eine Sprecherin der australischen Behörde für Seesicherheit (Amsa) sagte nach Angaben des australischen Senders ABC vom Samstag, das Eis sei zu dick. Aus Sicherheitsgründen sei der Rettungsversuch nicht fortgesetzt worden.

Der Eisbrecher sei bis auf sechseinhalb nautische Meilen an die MV "Akademik Shokalskiy" herangekommen. Laut der chinesischen Ozeanbehörde kann der "Schneedrache" bis zu 1,1 Meter dickes Eis brechen.

Es sei unwahrscheinlich, dass nun ein französischer Eisbrecher bis zu dem Schiff vordringen könnte, hieß es von Amsa. Er sei etwa zwölf nautische Meilen (etwa 22 Kilometer) entfernt. Mit der Ankunft eines australischen Antarktis-Versorgungsschiffes sei nicht vor Sonntag zu rechnen.

Die 1982 in Finnland für die Sowjetmarine gebaute MV "Akademik Shokalskiy" ist eisverstärkt, aber kein regulärer Eisbrecher. Das Schiff sitzt seit dem ersten Weihnachtstag im Eis rund 2800 Kilometer südlich von Hobart fest.

An Bord sind nach Angaben der Behörde 74 Menschen. Darunter sind 26 Touristen, die mit Klimaforscher Chris Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor 100 Jahren erkundete. Nach Angaben eines Wissenschaftlers hat das Forschungsschiff ausreichend Proviant an Bord, so dass die Besatzung noch nicht in Gefahr ist.

fab/dpa

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