Asiatischer Marienkäfer Eiweiße machen eingewanderten Krabbler stark

Der Asiatische Marienkäfer verdrängt zunehmend einheimische Arten, sagen Forscher von der Uni Gießen. Sie haben nun herausgefunden, warum sich das eingewanderte Insekt so erfolgreich ausbreitet.
Asiatische Marienkäfer: "Ein riesiges Waffenarsenal gegen Krankheitserreger"

Asiatische Marienkäfer: "Ein riesiges Waffenarsenal gegen Krankheitserreger"

Foto: Lajos Nagy/ dpa

Gießen - Er wurde geholt, um zu helfen. Aber inzwischen ist der Asiatische Marienkäfer zu einem Problem geworden in Nordamerika und Europa. Die in China und Japan heimische Käferart sollte Blattläuse großflächig vernichten. Inzwischen hat sich die Art aber so stark vermehrt, dass sie einheimische Marienkäfer verdrängt. Vielerorts ist er der häufigste Marienkäfer, zuerst in den USA, seit 2001 auch in Europa.

Forscher der Universität Gießen haben nun herausgefunden, was das Insekt so durchsetzungsstark macht. Er ist viel besser als seine Konkurrenten gegen Krankheitserreger gewappnet. Das sei ein Grund dafür, weshalb sich der Krabbler weltweit so erfolgreich ausbreite, schreiben Andreas Vilcinskas und seine Kollegen im Fachblatt "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Sie fanden im Immunsystem des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) mehr als 50 kleine Eiweiße (Peptide), die gegen Pilze und Bakterien aktiv sind. "Das ist ein Rekord. In keinem anderen Tier sind bislang so viele antimikrobiell wirkende Peptide gefunden worden", sagte Vilcinskas. Harmonia axyridis breitet sich auch in Deutschland rasant aus.

Nach dem Ergebnis der Studie ist das kein Wunder, sagte Vilcinskas: "Wenn Sie so ein riesiges Waffenarsenal gegen Krankheitserreger besitzen, sind Sie eben bestens geschützt." Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die für die Immunabwehr zuständigen Gene des Käfers.

Mit der Studie wollten sie nicht nur die These stützen, dass bei der Ausbreitung der Insekten auch ihr besonders starkes Immunsystem eine Rolle spielt. "Wir erforschen zudem, wie die Peptide für neue Wirkstoffe in der Medizin oder bei der Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt werden können", sagte Vilcinskas.

hda/dpa
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