Entscheidung der US-Regierung BP kann Versiegelung des Öllecks starten

Das Ölleck im Golf von Mexiko wurde durch Schlamm gestopft - nun hat die US-Regierung dem Energiekonzern BP die endgültige Abdichtung mit Zement erlaubt. Die Arbeiten an dem defekten Bohrloch in rund 1600 Metern Tiefe sollen sofort beginnen.


Hamburg/New Orleans - Gute Nachrichten vom Golf von Mexiko: Nach der erfolgreichen Verstopfung der defekten Ölquelle mit Schlamm will BP das Bohrloch nun zusätzlich mit Zement abdichten. Die US-Regierung habe für das Manöver grünes Licht gegeben, teilte der Ölkonzern am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Die Operation ist die zweite Stufe des sogenannten "Static Kill" und soll noch am Donnerstag beginnen.

Bei dem Manöver wird der Zement von oben in das kilometerlange Steigrohr geleitet. Er soll verhindern, dass sich das mit dem schweren Schlamm in der Quelle aufgehaltene Öl wieder lösen und nach oben steigen kann. Dieser zweite Teil der Versiegelung in rund 1600 Metern Tiefe sei nur möglich, wenn das Steigrohr im Meeresboden intakt ist, hatte der Einsatzleiter der US-Regierung, Thad Allen, am Mittwoch vor der Entscheidung gesagt. Dass die Aktion nun nach ausführlichen Tests genehmigt wurde, zeugt von positiven Prüfresultaten.

Fotostrecke

13  Bilder
Ölkatastrophe: Hoffen und Bangen am Golf

Sollte die Abdichtung mit dem Zement gelingen, ist die Quelle nach Experteneinschätzung wahrscheinlich endgültig dicht. Bereits wegen der erfolgreichen Einleitung des Schlamms am Dienstag war zu erwarten, dass das Leck keine neuen Probleme bereitet, sagte Catalin Teodoriu vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der Technischen Universität Clausthal. Es gebe nur die "sehr, sehr kleine Gefahr", dass sich Gas aus der Quelle in dem eingepressten Gemisch löse und den Schlammpfropf so instabiler werden lasse. Das will BP nun mit dem Zement verhindern.

Schon nach der erfolgreichen Schlamm-Operation hatte BP am Mittwoch von einem "bedeutenden Meilenstein" gesprochen. "Wir haben große Zuversicht, dass kein weiteres Öl mehr in die Umwelt austritt", sagte auch Allen. Allerdings sei der "Static Kill" nur eine "vorbereitende Maßnahme" zur endgültigen Versiegelung.

Einen Sieg will die US-Regierung erst dann verkünden, wenn das Bohrloch auch von unten, das heißt mit Hilfe eines gebohrten Nebenzugangs, verschlossen worden ist. Dieser "Bottom Kill" soll in rund einer Woche begonnen werden. Dabei will BP wiederum erst Schlamm und dann Zement durch den Nebeneingang rund vier Kilometer tief im Meeresboden pumpen.

Die zehn größten Öl-Unfälle auf dem Meer

Datum Bezeichnung Eigner Unglücksort Freigesetzte Ölmenge (Tonnen) Ursache
April 2010 Deepwater Horizon BP Golf von Mexiko 670.000 (Stand 2. August 2010) Unglück auf Bohrinsel Deepwater Horizon. Blowout.
Juni 1979 Ixtoc I Pemex Golf von Mexiko 450.000 bis 480.000 Unglück auf einer Ölplattform. Blow-out.
Juli 1979 Atlantic Empress griechisches Schiff, in Liberia registriert vor Tobago, Karibische Inseln 287.000 Tankerunglück. Kollision mit dem Tanker "Aegean Captain".
Februar 1983 Nowruz-Ölfeld ? Persischer Golf 260.000 Kollision Tanker mit Bohrinsel, Kriegsfolgen des ersten Golfkriegs.
August 1983 Castillo De Bellver ? Saldanha Bay, Südafrika 252.000 Tankerunglück. Brand.
März 1978 Amoco Cadiz BP (GB) / Amoco (USA) vor der bretonischen Küste 223.000 Tankerunglück. Ruderausfall mit anschließendem Felsenauflauf.
Mai 1991 ABT Summer ? 1000 km vor Angola 49.000 bis 255.000 Tankerunglück.
April 1991 Haven Amoco (USA) Golf von Genua, Italien 144.000 Tankerunglück. Brand.
November 1988 Odyssey ? Kanada 132.000 Tankerunglück. Brand.
März 1967 Torrey Canyon Unocal (USA), gechartert von BP (GB) vor der Küste Südenglands 119.000 Tankerunglück. Kollision mit Riff.

Quelle: Wikipedia

flo/dpa/Reuters

insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
perpendicle, 05.08.2010
1. Bohrloch A oder/und B? Schamperei, Verwechslung?
Zitat von sysopDas Ölleck im Golf von Mexiko wurde durch Schlamm gestopft - nun hat die US-Regierung dem Energiekonzern BP die endgültige Versiegelung mit Zement erlaubt. Die Arbeiten an dem defekten Bohrloch in rund 1600 Metern Tiefe sollen sofort beginnen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,710228,00.html
na das wird aber Zeit! Der "Top-hat" leckt nämlich an allen Stellen,und es treten auch allerlei Schwaden, Bläschen etc unterhalb der Hutkrempe aus. Ich dachte ja die hätten letzte Nacht schon zementiert, so hat es da gescheppert, geblubbert und weiß Gott was! Die eigentliche Frage aber ist auch für mich seit gestern: Von welchem Bohrloch reden wir da überhaupt? you tuber fanden heraus: Die live Bilder, die man über Monate gezeigt hat, sind ziemlich alle vom BP- Bohrloch " A" mit den Koordinaten: 28`44`17.217`` N und: 88`21`57.340`` W hir bei google maps: http://maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=%2B28%C2%B0+44%27+17.2%22+-+88%C2%B0+21%27+5.07%22&sll=38.581855,-109.549828&sspn=0.053945,0.110378&ie=UTF8&ll=25.423431,-92.422485&spn=2.118298,3.532104&t=k&z=8 . An manchen rov displays erscheinen zwar inzwischen keine Koordinaten mehr, aber alle , bei denen das der Fall ist, befinden sich NICHT in Nähe des BP BOhrlochs " B" sondern nahe ( teils bis auf wenige " feet") dem Bohrloch "A" Und laut Genemigingsbescheid der MMS ist Bohrloch A das Rekordbohrloch in 12.500 Meter unter NN, welches schon 2009 fertiggestellt worden sein soll und in nder Branche entsprechend gefeiertb wurde . Wo ist aber dann BOhrloch B ( das mit 6.400 Metern) Gibt es das überhaupt? hier die Originaldokumente: gesamtes Genehmigungsverfahren der MMS als pdf: http://www.gomr.mms.gov/PI/PDFImages/PLANS/29/29977.pdf daraus: genaue geographische Position von Bohrloches A : http://home.arcor.de/alienzwei0//pictures/grafiken_von_greatnet/bp/lage_und_ort_von_bp_bohrloch_a_mms.jpg genaue geographische Position von Bohrloches B : http://home.arcor.de/alienzwei0//pictures/grafiken_von_greatnet/bp/lage_und_ort_von_bp_bohrloch_b_mms.jpg Zeitplan der Bohrungen von Bohrloch A und B: http://home.arcor.de/alienzwei0//pictures/grafiken_von_greatnet/bp/mms_genehmigungsplan_fuer_bp.jpg die dazugehörige Meereskarte: http://home.arcor.de/alienzwei0//pictures/grafiken_von_greatnet/bp/untitled.jpg Der nächste Link führt zu den die rovs video links auf der BP website (zum Vergleich) man muss bei der grottenschlechten Auflösung schon länger hinsehen, dann kann man die Koordinaten zweifelsfrei erkennen. Das haben auch schon andere gemacht Und alle kamen zweifeslfrei zum Ergebniss: DIE BILDER WAREN UND SIND ALLESAMT VON BOHRLOCH A! Schlamperei bei der Genehmigungsbehörde MMS? Oder verwechselt BP hier BOhrloch A und B? http://www.bp.com/sectionbodycopy.do?categoryId=9034366&contentId=7063636 Hier das youtube video eines Experten, der das Ganze etwas zusammengefasst hat ( links zum original US- video finden Sie in der Video Beschreibung unter dem Screen ) http://www.youtube.com/watch?v=OrD1sT_U4HA&feature=player_embedded Noch Fragen? http://alien-homepage.de/personal/environment/the_deepwater_horizon%20incident_the%20response_2.html
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.