Erdbeben in Italien Amatrice vor der Zerstörung - und danach

Beim verheerenden Erdbeben in Mittelitalien sind viele alte Gebäude eingestürzt. Wie schlimm die mittelalterlichen Orte getroffen wurden, verdeutlichen Fotos vor und nach dem Unglück.

Straße in Amatrice vor und nach dem Beben
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Straße in Amatrice vor und nach dem Beben


Das starke Erdbeben in Mittelitalien hat auch Kulturschätze zerstört. Sogar weit entfernt liegende Kirchen bekamen Risse. In Macerata, fast hundert Kilometer nordöstlich des Epizentrums, wurde am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa die Kathedrale San Giuliano gesperrt, deren Fundamente aus dem 10. Jahrhundert stammen und die von dem Architekten Cosimo Morelli im 18. Jahrhundert neu gestaltet wurde.

Vor allem die mittelalterlichen Ortskerne der Dörfer, die nun in Trümmern liegen, seien ein architektonisch wertvolles Erbe, teilte das Kulturministerium in Rom mit. Es sei noch zu gefährlich, Experten in die Orte zu schicken, um das ganze Ausmaß der Schäden zu erfassen.

Der am schlimmsten betroffene Ort Amatrice galt als eines der schönsten Dörfer Italiens. Dort und im benachbarten Accumoli gab es auch die meisten Toten.

Vorher-Nachher-Fotos zeigen das Ausmaß der Schäden an den alten Gebäuden von Amatrice. Was früher eine ganz normale Straße in einem mittelalterlichen Dorf war, gleicht nun einer Trümmerwüste. Nicht alle Gebäude sind eingestürzt. Mauern, die noch stehen, zeigen oft Risse.

Amatrice: Gebäude neben dem Glockenturm sind eingestürzt
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Amatrice: Gebäude neben dem Glockenturm sind eingestürzt

Beschädigt wurden in Amatrice auch die Basilika San Francesco mit Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert sowie die Kirche San Agostino. Polizeibeamte sind in der Region unterwegs, um unter anderem Kirchen vor Plünderungen zu schützen. Die Geschichte der Orte Amatrice und Accumoli in der Region Latium reicht bis ins 12. und 13. Jahrhundert zurück.

Diese Straße von Amatrice ist kaum wiederzuerkennen
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Diese Straße von Amatrice ist kaum wiederzuerkennen

Das Kulturministerium in Rom kündigte an, alle am Sonntag an staatlichen Museen eingenommen Eintrittsgelder für die Erdbebenopfer zu spenden. Minister Dario Franceschini rief die Italiener auf, als "Zeichen der Solidarität" in die Museen zu gehen.

Bei dem verheerenden Erdbeben in Italien könnten sogar mehr als 300 Menschen gestorben sein. Was die Opferzahlen angeht, könne das Beben "noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L'Aquila" vor sieben Jahren, sagte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. Damals kamen 309 Menschen ums Leben. Am Donnerstag stand die vorläufige Bilanz noch bei rund 240 Toten.

Kirche in Amatrice
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Kirche in Amatrice

Karte: Wo war das Erdbeben in Italien?

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hda/dpa

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