Erderwärmung Tropische Tiere leiden am meisten

Zwar erwärmt sich die Erde am Nordpol am stärksten - doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben treffen ein anderes Ökosystem am meisten: die Tropen. Temperaturdaten der letzten 50 Jahre verraten, dass den dort lebenden Tiere weitaus größere Gefahren drohen als bisher gedacht.

Tim Vickers / Wikimedia Commons

Bei der Erderwärmung denken viele zuerst an Eisbären ohne Eis und Pinguine, die statt durch den Schnee über Sand stapfen. Tatsächlich bedroht der Klimawandel jedoch die Ökosysteme in den Tropen mehr als die in den kühleren Zonen - obwohl die Temperaturen in Äquatornähe weniger steigen. Das schließen US-Forscher aus einer Auswertung von Temperaturdaten der vergangenen 50 Jahre.

Vor allem das Leben der Insekten, Reptilien und Amphibien werde sich dadurch grundlegend verändern, berichten die Forscher um Michael Dillon von der University of Wyoming in Laramie jetzt im Wissenschaftsmagazin "Nature". Über die Nahrungsketten würde sich das sogar auf das gesamte tropische Ökosystem auswirken.

Der Grund dafür liege in den Veränderungen des Stoffwechsels der tropischen Tiere: Die Erhöhung der ohnehin schon recht warmen Temperaturen steigert die Stoffwechselrate der wechselwarmen Tropenbewohner, die ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen.

Das Ziel der Wissenschaftler war es, die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben wechselwarmer Tiere in unterschiedlichen Regionen der Erde zu untersuchen. Als Grundlage für ihre Studie dienten den Forschern die Daten aus insgesamt fast 500 Millionen Temperaturmessungen. Diese wurden an 3000 verschiedenen Messstationen aufgenommen, die über alle Regionen der Erde mit Ausnahme der Antarktis verteilt waren. Die Daten zeigen seit 1980 einen Anstieg der Temperaturen und bestätigen in diesem Punkt andere Studien. Die Werte stiegen in der Arktis am schnellsten, gefolgt von den gemäßigten Zonen. In den Tropen war der Temperaturanstieg am geringsten.

"Vermutung war genau umgekehrt"

Doch die Auswertung dieser Daten lieferte eine Überraschung: Trotz des stärkeren Temperaturanstiegs in der Arktis und den gemäßigten Zonen sind die Veränderungen im Stoffwechsel der wechselwarmen Tiere dort allerdings nicht am größten. Mit Computermodellen konnten die Forscher zeigen, dass der Stoffwechsel mit steigender Temperatur zunehmend stärker angeregt wird.

Das bedeutet, die relativ niedrigen Temperaturerhöhungen in den Tropen, in denen es sowieso schon sehr warm ist, haben vergleichsweise große Auswirkungen auf die dortigen Lebewesen. "Die Vermutung war genau umgekehrt", sagt Studienleiter Dillon. "Doch unsere Simulationen haben unsere Erwartungen auf den Kopf gestellt."

Eine Ursache könnte den Forschern zufolge im Wasserhaushalt der Tiere liegen. Mit der erhöhten Stoffwechselrate brauchen sie mehr Nahrung und verlieren mehr Wasser durch Verdunstung. Die Folge: Mehr Zeit und Energie wird für die Futtersuche benötigt - was auf Kosten der Fortpflanzungsrate geht. Dillon und seine Kollegen sind überzeugt, dass diese Veränderungen im Leben der wechselwarmen Tiere sich letztendlich auf das gesamte tropische Ökosystem auswirken werden - und das macht einen großen Anteil der Biodiversität der Erde aus.

cib/dapd

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insgesamt 8 Beiträge
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klimafreak 07.10.2010
1. Alle Daten, die WIR monatlich ...
Zitat von sysopZwar erwärmt sich die Erde am Nordpol am stärksten - doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben treffen*ein anderes Ökosystem am*meisten: die Tropen. Temperaturdaten der letzten 50 Jahre verraten, dass*den*dort lebenden Tiere weitaus größere Gefahren drohen, als bisher gedacht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,721730,00.html
auswerten deuten darauf hin, dass auch die Temperaturen in den subtropischen Zonen exponentiel (natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze, dem neuen Gleichgewicht) steigen und den langfristigen linearen Trend übertreffen. Hier existiert kein signifikanter Unterschied zu den polnahen Regionen. Einzusehen sind die graphischen Auswertungen bei klimafreak.de, sie strafen jedes Skeptikerargument als platte Stammtischparole ohne Substanz ab weiß KF
Berd 07.10.2010
2. Rückzugsgefecht!
Zitat von sysopZwar erwärmt sich die Erde am Nordpol am stärksten - doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben treffen*ein anderes Ökosystem am*meisten: die Tropen. Temperaturdaten der letzten 50 Jahre verraten, dass*den*dort lebenden Tiere weitaus größere Gefahren drohen, als bisher gedacht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,721730,00.html
Was für ein Unsinn. Sind das die letzten Rückzugsgefechte derer, die immer noch nicht wahrhaben wollen, daß es keinen anthropogenen Klimawandel gibt? Wäre schön, wenn der Spiegel mal einen - objektiven - Artikel über die Skandale bei den Temperaturmessungen veröffentlichen würde. Satelliten, die Seetemperaturen von mehreren hundert Grad messen, bodengestützte Temperaturerfassung an Rollbahnen von Flughäfen oder inmitten von Abluftgebläsen von Klimaanlagen und die völlige Ignoranz der sogenannten "Klimaforscher" gegenüber dem Wärmeinseleffekt. Recht schnell wäre dann klar, daß von einem anthropogenen Klimawandel keine Rede sein kann. Gruß berd
DoubleU, 07.10.2010
3. Bildung ist Glücksache?!
Zitat von BerdWas für ein Unsinn. Sind das die letzten Rückzugsgefechte derer, die immer noch nicht wahrhaben wollen, daß es keinen anthropogenen Klimawandel gibt? Wäre schön, wenn der Spiegel mal einen - objektiven - Artikel über die Skandale bei den Temperaturmessungen veröffentlichen würde. Satelliten, die Seetemperaturen von mehreren hundert Grad messen, bodengestützte Temperaturerfassung an Rollbahnen von Flughäfen oder inmitten von Abluftgebläsen von Klimaanlagen und die völlige Ignoranz der sogenannten "Klimaforscher" gegenüber dem Wärmeinseleffekt. Recht schnell wäre dann klar, daß von einem anthropogenen Klimawandel keine Rede sein kann. Gruß berd
Natürlich nicht, alle unsere Handlungen, darunter das abfackeln von über Millionen Jahre angesammeleter Rohstoffe und 1001 andere Dinge mehr haben alle keinen Einfluß - ich weiß nciht wie Ignoranten wie sie diese exorbitante Ignoranz hernehmen - get a clue or get real ist da wohl der richtige Rat.
Berd 07.10.2010
4. Ach ne!
Zitat von DoubleUNatürlich nicht, alle unsere Handlungen, darunter das abfackeln von über Millionen Jahre angesammeleter Rohstoffe und 1001 andere Dinge mehr haben alle keinen Einfluß - ich weiß nciht wie Ignoranten wie sie diese exorbitante Ignoranz hernehmen - get a clue or get real ist da wohl der richtige Rat.
Ihr Geschwafel in allen Ehren, aber das hat leider nichts mit dem Klimawandel zu tun. Die These vom C02 als Klimakiller wird von der seriösen Wissenschaft immer weiter ad absurdum geführt. Falls Sie es nicht wissen sollten, bei der Temperaturerfassung durch DWD, NASA, GISS, Headley und Co. gibt es reichlich Skandale - und das sind ja nicht die ersten in der sogenannten "Klimawissenschaft", die nichts anderes ist als eine Pseudoreligion für Ökofaschisten.
Bell 08.10.2010
5. ...
Zitat von sysopZwar erwärmt sich die Erde am Nordpol am stärksten - doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben treffen*ein anderes Ökosystem am*meisten: die Tropen. Temperaturdaten der letzten 50 Jahre verraten, dass*den*dort lebenden Tiere weitaus größere Gefahren drohen, als bisher gedacht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,721730,00.html
Meine Güte, ... was sind das bloß für Spinner ... betreiben Wissenschaft, indem sie Daten aus den eigenen Simulationen gewinnen und diese als Daten aus der Realität verkaufen ... es ist nicht zu fassen.
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