In-vitro-Lebensmittel Essen wir bald Fisch aus dem Labor?

Der weltweite Hunger nach Fisch wächst, doch die Bestände vieler Meere schrumpfen bedrohlich. Kann Fisch aus dem Labor das Problem lösen? Hören Sie, wie ein Start-up an einer Alternative aus Stammzellen arbeitet.
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Wenn Gunnar Gerth-Hansen fischen geht, dann fährt er mit einem Boot aufs Meer. Wenn Sebastian Rakers Fisch essen will, geht er ins Labor. Beide Männer wohnen an der Ostsee – ihre Methoden, um an Fisch zu kommen, könnten aber unterschiedlicher nicht sein.

Rakers ist Mitgründer des Start-ups Bluu Seafood, das in Lübeck an der Entwicklung von sogenanntem In-vitro-Fisch arbeitet, also echtem Fisch, der aus Stammzellen gezüchtet wird. Gerth-Hansen dagegen ist als Kapitän der Fischerei jahrelang mit seinem Kutter namens »Tümmler« auf die Ostsee gefahren und hat Hering und Dorsch gefangen.

Das Problem: Die Fischbestände in der Ostsee schrumpfen seit Jahren – es gibt kaum mehr Fischer, die von ihrer Arbeit leben können. Für Hering und Dorsch gilt in der Ostsee aktuell faktisch ein Fangverbot. Über die Ursachen des Fischschwunds streiten Wissenschaft, Fischer und Umweltorganisationen seit Langem , ohne eindeutige Antwort. Überfischung, Überdüngung, Klimakrise, Freizeitfischerei, Robben und Kormorane – alle Faktoren kommen zusammen und verstärken sich teilweise gegenseitig. Ob sich die Fischbestände der Ostsee jemals wieder erholen werden, ist unklar.

Eine Lösung könnte der In-vitro-Fisch von Rakers und seinen Kollegen sein: »Ich sehe unseren Fisch als Beitrag dazu, den Druck auf Fischbestände zu reduzieren und dadurch auch wieder küstennahe Fischerei zu ermöglichen«, sagt der Meeresbiologe. So könnten sich die Bestände erholen und eine nachhaltige Fischerei wieder möglich sein.

In dieser Folge von SPIEGEL Daily geht es um die Frage, welchen Fisch wir in Zukunft essen. Die In-vitro-Methode könnte einen Beitrag dazu leisten, die Menschheit trotz überfischter Meere mit gesunden Proteinen zu versorgen – noch steht sie aber vor großen Herausforderungen. Wir hören, wie die Methode funktioniert, welche Chancen und Hindernisse es gibt und wann die ersten Fischstäbchen von Sebastian Rakers im Kühlregal neben dem Fisch aus der Ostsee liegen könnten. Wird der Laborfisch den Wildfang sogar ersetzen? Und was sagt der Kutterkapitän zur Alternative?

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