Treibhausgase EU einigt sich auf Position für Pariser Klimagipfel

Die Staaten der Europäischen Union treten mit einer gemeinsamen Position bei den Welt-Klimaverhandlungen auf. Sie einigten sich zudem auf eine Reform des CO2-Handels.

Aktivisten in Brüssel am Freitag: "Tauziehen um den Klimaschutz"
REUTERS

Aktivisten in Brüssel am Freitag: "Tauziehen um den Klimaschutz"


Die EU-Umweltminister haben sich auf eine gemeinsame Position für die Pariser Weltklimakonferenz verständigt. Die EU-Staaten hätten "ein wirklich anspruchsvolles Verhandlungsmandat" für das Treffen der Staats- und Regierungschefs ab Ende November verabschiedet, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Freitag in Brüssel. Damit sei die EU "in der Lage, auf der Pariser Konferenz eine Vorreiterrolle einzunehmen".

Die Minister bekräftigten laut Hendricks einerseits eine Vereinbarung vom März, die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu verringern. Darüber hinaus hätten sich die EU-Staaten auch darauf verständigt, ihre Klimaziele ab 2025 alle fünf Jahre zu überprüfen und wenn möglich zu verbessern. Ausgeschlossen sei, dass Klimaziele im Nachhinein wieder herabgesetzt würden, sagte Hendricks.

Zudem verweisen die Beschlüsse der Minister demnach auf die Erklärung der großen Industrienationen beim G7-Gipfel vom Juni in Deutschland. Dort wurde "Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe des Jahrhunderts" beschlossen, also der komplette Ausstieg aus Kohle, Erdgas und Öl. Deutsches Ziel ist es, bis 2100 kein CO2 mehr auszustoßen.

Teureres CO2

EU-Umweltkommissar Miguel Arias Cañete sagte, es sei "eine faire Vereinbarung" gelungen, bei der aus der EU "alle an Bord sind". Die EU-Staaten bekräftigten dabei auch, die ärmsten Länder dabei zu unterstützen, zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen.

Zudem beschlossen die EU-Staaten die Reform des CO2-Handels. Beim Emissionshandel können Unternehmen untereinander nach Bedarf mit Rechten zum Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) handeln. Die Reform soll diese Rechte verknappen, den CO2-Ausstoß damit teurer machen.

Von 2019 an sollen etwa 1,5 Milliarden CO2-Rechte in eine Art Ablage geschoben und so dem Markt entzogen werden. Die Verknappung dürfte zu steigenden Preisen führen und damit den Unternehmen mehr Anreize für Investitionen in klimaschonende Technologien geben. Eine grundlegendere Reform des Systems ist ebenfalls geplant, über sie wird derzeit verhandelt.

Wie steht es um den Klimavertrag?

boj/AFP/dpa



insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
günter1934 18.09.2015
1. Na Klasse!
Da wird dann der billige Atomstrom abgestellt, Kohle- und Gasstrom wird laut "gemeinsamen Beschluss der EU" einfach mal so teurer und durch EE wird's garantiert nicht billiger. Wir gehen goldenen Zeiten entgegen! Naja, der Otto N. garantiert nicht...
Schoenvogel 18.09.2015
2. co2-zertifikate werden teurer
co2-zertifikate werden teurer, das ist auf jedenfall der richtige weg, wenn man den co2-ausstoss vermindern will. Das Problem ist aber, dass dies nur in der eu gemacht wird und somit wenig nützt. erforderlich wäre ein weltweites Zertifikate-System. das wird aber vermutlich erst dann kommen, wenn uns das wasser (buchstäblich) bis zum halse steht. Deshalb schwimmen lernen und dämme bauen! umweltfreundlicher gruss aus DD
karl-felix 18.09.2015
3. Sie
Zitat von günter1934Da wird dann der billige Atomstrom abgestellt, Kohle- und Gasstrom wird laut "gemeinsamen Beschluss der EU" einfach mal so teurer und durch EE wird's garantiert nicht billiger. Wir gehen goldenen Zeiten entgegen! Naja, der Otto N. garantiert nicht...
haben das nur nicht begriffen. Was empört Sie so sehr, den Schadstoffausstoss zu senken und Ihr wichtigstes Lebensmittel, die Atemluft nicht mehr als billige/kostenlose Abgasmüllkippe zu missbrauchen ? Nur die Gewissheit, dass Sie die nicht mehr länger als ein Jahr benötigen ? Finde ich verantwortungslos Ihren Kindern und Enkeln gegenüber. Mir würde es weh tun, wenn ich zu meiner Familie ein so schlechtes Verhältnis hätte. Zehntausende Menschen sterben an den Folgen der nuklear/fossilen Energieerzeugung und Sie jammern , dass es Sie vielleicht 2 Euro im Monat kosten könne. Irgendwo pervers, finden Sie nicht ? Zum Atomstrom : Es gibt nichts teureres, wie Deuschland ,Japan, die Ukraine Grossbritannien , die Türkei und Frankreich gerade erleben. Deutschland zahlt weit über 100 Milliarden für die Folgekosten des Atomstromes für nicht eine einzige kWh Strom . Die Amerikaner schalten reihenweise Atommeiler ab : zu teuer, zu gefährlich, nicht konkurfrenzfähig .
brummkreissel 19.09.2015
4. Viel zu wenig
Eine Entkarbonisierung bis zum Jahr 2100 reicht bei weitem nicht aus. Warum gibt es vom IPCC eine " Summary for policy makers" wenn diese sie offensichtlich nicht lesen? Die Weltpolitik ist auf dem besten Weg, einen globalen Darwin-Award zu gewinnen.
ir² 19.09.2015
5.
Zudem verweisen die Beschlüsse der Minister demnach auf die Erklärung der großen Industrienationen beim G7-Gipfel vom Juni in Deutschland. Dort wurde "Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe des Jahrhunderts" beschlossen, also der komplette Ausstieg aus Kohle, Erdgas und Öl. Deutsches Ziel ist es, bis 2100 kein CO2 mehr auszustoßen...... Nach Pschyrembel, Medizinisches Wörterbuch, 257. Auflage, 1994 S. 130 enthält die ausgeatmete Luft: 16 % Sauerstoff, 80 % Stickstoff + Argon und 4 % CO2. Die Atemfrequenz beträgt beim Erwachsenen 16 - 20/min. Das Atemzugvolumen (Atemvolumen) beträgt beim Erwachsenen in Ruhe 400 - 600 ml. Das bedeutet rund 9 l Atemvolumen pro min und damit einen CO2-Ausstoß eines Menschen von rund 0.7 g/min oder 380 kg CO2 pro Jahr. Hochgerechnet auf 82 Mill. Bürger in Deutschland ergibt dies eine Emission durch die Menschen von rund 30 Mill. t CO2 pro Jahr. Die Politik hat also beschlossen bis 2100 die Menschen in Europa auszurotten.... Dachte ich es mir doch.
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