Zum Schutz der Bienen EU-Gerichtshof bestätigt Verbot von Insektiziden

Nach jahrelangem Rechtsstreit muss der Bayer-Konzern nun eine Niederlage einstecken. Einige seiner Pflanzenschutzmittel können künftig nur eingeschränkt verwendet werden. Bienenschützer sind zufrieden.
Ein Urteil gegen den Bayer-Konzern und gegen das Bienensterben

Ein Urteil gegen den Bayer-Konzern und gegen das Bienensterben

Foto: Jörg Halisch / imago images

Acht Jahre lang währte der Rechtsstreit zwischen dem Chemiekonzern Bayer und der EU. Am heutigen Donnerstag hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nun das partielle Verbot von bestimmten Insektiziden zum Schutz von Bienen bestätigt.

Das Gericht wies am Donnerstag die Berufung des Bayer-Konzerns ab, der damit die Entscheidung eines anderen EU-Gerichts kippen wollte. Der EuGH mit Sitz in Luxemburg hatte 2018 Beschränkungen beim Einsatz von drei Insektiziden verhängt. Dabei geht es um die Neonicotinoide Imidacloprid von Bayer CropScience, Clothianidin von Takeda Chemical und Bayer CropScience sowie Thiamethoxam von Syngenta.

Das Bienengift auf dem Acker

Neonicotinoide-Insektizide (NNI) werden häufig als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Beim Wachsen verteilt sich das Gift bis in Pollen und Nektar. Es gibt viele Studien, die negative Auswirkungen auf Bienen belegen. So berichteten Schweizer Forscher im Fachmagazin  »Proceedings of the Royal Society B «, dass bestimmte Neonicotinoide die Fruchtbarkeit männlicher Honigbienen verringern und deren Lebensspanne senken. Eine andere Studie  ergab, dass Bienen mit den Insektiziden behandelte Pflanzen nicht meiden, sondern sogar bevorzugt ansteuern.

Aufgrund von wissenschaftlichen Studien beschloss die Europäische Kommission 2013 ein Moratorium, das die Anwendung der drei als besonders gefährlich erachteten NNI in der EU stark einschränkt.

Kritik kommt vor allem von Industrieseite, die ebenfalls eine Reihe von Gegenstudien veranlasst hat und die Bienen durch ihre Produkte nicht gefährdet sieht. »Bayer ist enttäuscht darüber, dass die wesentlichen Aspekte dieses Falles vom Gericht nicht anerkannt wurden«, sagte ein Sprecher des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns. »Das Urteil klingt wie ein Freifahrtsschein für die Europäische Kommission, bestehende Genehmigungen aufgrund von geringsten Hinweisen zu überprüfen und infrage zu stellen.«

Umweltverbände wie Greenpeace und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) begrüßten das Luxemburger Urteil: »Neonikotinoide gefährden Bienen und andere Insekten enorm und sind mitverantwortlich für das dramatische Insektensterben«, erklärte der Umweltverband BUND. »Der Schutz der Artenvielfalt ist absolut unvereinbar mit der Aufhebung des Verbots von hochwirksamen Nervengiften für Bienen und Wildbienen.«

sug/reuters
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