Abstimmung EU-Parlament will Elektrofischerei weiter einschränken

Fische schwimmen zur Elektrode, wo sie eingesammelt werden können: Das Elektrofischen sorgt für große Ausbeute - aber es soll eingeschränkt werden.
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Das EU-Parlament hat sich gegen eine Ausweitung der umstrittenen Elektrofischerei ausgesprochen. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für einen entsprechenden Änderungsantrag am Gesetzesvorschlag der EU-Kommission.

Die Kommission hatte vorgeschlagen, die Einschränkungen beim Elektrofischen zu lockern. Dem widersprachen die Abgeordneten nun.

Bislang ist die Technik bereits in kleinem Umfang in Teilen der Nordsee erlaubt. Bei der umstrittenen Methode werden Fischernetze mit Elektroden ausgestattet. Der Strom sorgt unter anderem dafür, dass Fische vom Meeresgrund aus in die Netze getrieben werden.

Gleichstrom durchs Wasser geleitet

Beim Elektrofischen wird Gleichstrom durchs Wasser geleitet, sodass Fische im Stromkreis zur Pluspol-Elektrode schwimmen, wo sie eingesammelt werden können. Strenge Regelungen sollen das Risiko für Anwender mindern.

Auch Biologen nutzen die Methode im Kleinen, wenn sie die Artenvielfalt in Gewässern bestimmen wollen. Dabei kommt meist ein kleiner Kescher zum Einsatz. Die Forscher lassen die gefangenen Fische nach der Bestimmung aber in der Regel wieder frei.

Umweltorganisationen geißeln die Elektrofischerei als schädlich. So gehe dabei mehr unerwünschter Beifang ins Netz als bei konventionellen Methoden. Der WWF begrüßte die Entscheidung des Parlaments.

Am Dienstag ging es im EU-Parlament nicht nur um die Elektrofischerei. Die Abgeordneten einigten sich in einer Abstimmung auf ihre gemeinsame Position in den anstehenden Verhandlungen über ein geplantes Fischerei-Gesetzespaket, das mehr als 30 bestehende Regelungen erneuern und bündeln soll. Bevor das Paket verabschiedet werden kann, müssen sich Parlament und EU-Staaten auf einen Kompromiss einigen.

boj/dpa
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