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Dürre: Ausgrechnet in England fehlt der Regen

Foto: DARREN STAPLES/ REUTERS

Extreme Dürre England droht Rationierung des Trinkwassers

Von wegen britischer Dauerregen: Nach zwei Wintern ohne viel Niederschlag führen die Flüsse in England so wenig Wasser wie seit 35 Jahren nicht mehr. Bauern fürchten um ihre Ernte, Trinkwasser könnte rationiert werden.

London - "Schon wieder eine sehr trockene Woche für England", vermeldet die britische Umweltbehörde in ihrem aktuellen Report. Große Teile des Landes seien betroffen, die Grundwasserspiegel liegen zum Teil so niedrig wie seit 35 Jahren nicht mehr, als zahlreiche Flüsse trocken fielen. In manchen Gegenden blieb die Niederschlagsmenge um 70 Prozent unter den normalen Werten. Längst hat die anhaltende Trockenheit Folgen. "Das Risiko, dass es landesweit einen trockenen Sommers geben wird, ist sehr groß", sagt Caroline Spelman, Sprecherin der staatlichen Umweltamts .

Während in großen Teilen Englands die trockensten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen wurden, bekamen Schottland und Nordwest-England ausreichend Regen ab; derweil erlebten die Menschen in Schottland die stärksten Niederschläge seit Beginn der Messungen vor rund hundert Jahren.

Am Montag trafen britische Umweltexperten mit Abgesandten der größten nationalen Wasserwerken und des Landwirtschaftsministeriums zusammen, um Wege aus der drohenden Krise zu finden. Bereits im Vorfeld waren Sondergenehmigungen erteilt worden, Wasser aus zusätzlichen Quellen zu fördern. Nun soll ein neues Dürre-Gesetz die Nutzung des gewonnenen Wassers regeln.

Auf den Feldern vertrocknen Weizen und Kartoffeln

Bereits jetzt dürfen in rund 65.000 Haushalten Gartenschläuche gar nicht oder im Wechsel eingesetzt werden. Noch drohen keine Szenen wie 1976, als Menschen in langen Schlangen für Wasser anstanden, doch Experten befürchten, dass durch die Trockenheit weitere schlechte Ernten erfolgen, was die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben wird.

"Im vergangenen Jahr waren es mehr die Landwirte, die von der Dürre betroffen waren. Dieses Jahr könnten es alle sein", sagt Spelman. Dass im vergangenen Jahr der Einsatz von Gartenschläuchen nicht verboten wurde, habe allein daran gelegen, dass die Industrie durch Schließung zahlreicher undichter Stellen in Pipelines seit den neunziger Jahren rund 36 Prozent Verluste ausgleichen konnte.

Schon jetzt hat die Trockenheit deutliche Folgen für die Natur. Während viele Fische sterben, wuchern die Algen. Auf den Feldern schrumpfen die Bestände an Korn und Kartoffeln. Dafür gedeihen die meisten Früchte gut. Wassertransporte in die trockensten Gegenden des Landes seien aktuell nicht geplant, sagt die Sprecherin der Umweltbehörde. "Zu teuer", heißt es.

nik/Reuters
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