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Wetterkatastrophen 2013: Tausende Tote und Milliardenschäden

Foto: REUTERS/ Japan Meteorological Agency/ NOAA

Klima-Risiko-Index Wo Extremwetter am härtesten zuschlägt

Tausende Menschen haben 2013 bei Wetterkatastrophen ihr Leben verloren. Am schwersten betroffen waren arme Staaten, wie der Klima-Risiko-Index von Germanwatch zeigt. Doch auch Deutschland bekam zu spüren, was Unwetter anrichten können.

Lima - Hitzewellen, Dürren, Stürme, Überschwemmungen: Die Entwicklungsländer waren auch 2013 die Hauptleidtragenden von Wetterkatastrophen, wie der neue Klima-Risiko-Index (KRI)  zeigt. Die jüngste Version des Reports, welche die Umweltschutzorganisation Germanwatch am Dienstag auf der Uno-Klimakonferenz in Lima vorgestellt hat, listet die Folgen extremer Wetterereignisse sowohl für das Jahr 2013 als auch für die Zeit von 1994 bis 2013 auf.

2013 standen die Philippinen, Kambodscha und Indien oben auf der Liste der meistbetroffenen Länder. Auf den Philippinen verwüstete der Taifun "Haiyan" ganze Landstriche, was die Spitzenposition des westpazifischen Landes im diesjährigen Index erklärt. Fast 6500 Menschen kamen durch den Wirbelsturm im November 2013 ums Leben. Noch mehr Wettertote gab es in Indien, laut KRI waren es 7437. Hier war der Zyklon "Phailin" hauptverantwortlich, der zweitgrößte, der jemals in Indien gemessen wurde. Das zweitplatzierte Kambodscha wurde von schweren Überschwemmungen im August 2013 heimgesucht.

In der Periode von 1994 bis 2013 waren Honduras, Myanmar und Haiti die am stärksten von Wetterextremen betroffenen Staaten. Das Gesamtausmaß der Katastrophen ist enorm: Weltweit starben in diesem Zeitraum mehr als 530.000 Menschen in direkter Folge von über 15.000 extremen Wetterereignissen, rechnet Germanwatch vor. Die von 1994 bis 2013 entstandenen wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf mehr als 2,2 Billionen US-Dollar in Kaufkraftparitäten gerechnet - das heißt unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kaufkraftsituationen.

Der KRI basiert auf Daten der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zwar sei nicht klar, welchen Einfluss der Klimawandel auf einzelne Naturkatastrophen habe, betonen die Germanwatch-Experten. Gleichwohl mache der Index die Verwundbarkeit armer Staaten deutlich und sei ein Warnsignal, damit die betroffenen Länder bessere Schutzmaßnahmen ergreifen könnten.

Milliardenschäden durch Jahrhundertflut in Deutschland

Allerdings bekamen 2013 auch reiche Nationen zu spüren, wie verheerend Wetterereignisse sein können. Deutschland etwa erlebte im Mai und Juni eine weitere sogenannte Jahrhundertflut - obwohl die vorangegangene erst 2002 stattgefunden hatte. Entlang von Elbe und Donau wurden ganze Landstriche unter Wasser gesetzt, auch andere europäische Staaten wurden teils stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Zahl der Todesopfer hielt sich - verglichen mit denen in Entwicklungsländern - in Grenzen: Etwa 25 Menschen kamen ums Leben. Die Schäden beliefen sich dagegen allein in Deutschland auf geschätzt fast sieben Milliarden Euro.

Im Klima-Risiko-Index 2013 nimmt Deutschland dadurch den 32. Platz ein. Im Langfrist-Index steht Deutschland sogar auf Rang 22 - aufgrund der zahlreichen Flutereignisse der vergangenen Jahre, aber auch durch die vielen Todesfälle der Hitzewelle 2003.

"Der Klima-Risiko-Index unterstreicht, wie wichtig es ist, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten, um noch weit größere Katastrophen zu vermeiden", sagte Sönke Kreft, einer der Autoren der Studie und Teamleiter für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch. Wenn Deutschland dieses Ziel ernst nehme, müsse es seine selbst gesteckten Klimaziele für 2020 erreichen. Dazu will das Bundeskabinett am Mittwoch den "Aktionsplan Klimaschutz 2020" verabschieden.

Die bis 12. Dezember laufende Uno-Klimakonferenz in Lima ist das letzte große Treffen dieser Art vor der internationalen Konferenz in Paris Ende 2015, wo ein Weltklimaabkommen verabschiedet werden soll.

mbe/dpa
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