Klima Februar war wärmster Monat seit Beginn der Messungen

Der Februar war weltweit der zehnte Rekordmonat in Folge - und der wärmste überhaupt. Die globale Mitteltemperatur erreichte eine kritische Schwelle.
Windturbine in Algermissen

Windturbine in Algermissen

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Vorläufige Daten über das globale Wetter im Februar gab es bereits, und sie zeigten Dramatisches: Die Temperaturkurve der Nordhalbkugel war zwei Grad über die Durchschnittstemperatur des 19. Jahrhunderts geschnellt - die Zwei-Grad-Grenze gilt Klimaforschern als gefährliche Schwelle.

Die Daten zeigten, was die US-Wetterbehörde NOAA nun bestätigt: Der Februar war nicht nur der wärmste Februar, sondern auch der wärmste Monat seit Beginn der Messungen vor 136 Jahren. In Mitteleuropa ist der Februar zwar traditionell besonders kalt, doch tropische Hitzewallungen machen solch kleine Frostregionen unbedeutend.

Die globale Mitteltemperatur habe im Februar um 1,21 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts gelegen, teilt die NOAA mit. Im Vergleich zum 19. Jahrhundert kratzte die globale Temperatur damit an der kritischen Schwelle von 1,5 Grad, die laut Uno-Klimavertrag möglichst vermieden werden sollte.

Die Welt erlebt eine starke Wärmeperiode, angeheizt vor allem vom pazifischen Wetterphänomen El Niño. Der vergangene Februar war bereits der zehnte Monat in Folge, der seinen jeweiligen Temperaturrekord knackte.

Der Februar 2016 übertraf den Februar des Vorjahres - den bisherigen Februar-Rekordhalter - um 0,33 Grad. Außerdem brach er den erst im Dezember 2015 aufgestellten Rekord als wärmster Monat weltweit seit Beginn der Messungen - er überbot ihn um 0,09 Grad.

Abflauender Wärmeschub

Auch in Deutschland verlief der Februar vergleichsweise mild: Südwest- und Westwinde trieben die Mitteltemperatur auf 3,4 Grad, sie lag damit um drei Grad über dem Durchschnitt der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990.

Zwar gelten Schwankungen der Witterung von Jahr zu Jahr klimatologisch als eher zufällig, weil kurzfristige Wetterphänomene wie El Niño Einfluss nehmen.

Gleichwohl ist die globale Durchschnittstemperatur seit dem 19. Jahrhundert um etwa ein Grad gestiegen, und Klimaforscher halten es für erwiesen, dass die stete Mehrung von Treibhausgasen in der Luft aus Industrie, Kraftwerken und Autos das Klima erwärmt.

In den kommenden Jahren erwarten Forscher allerdings eine Abflachung der Temperaturkurve: El Niño hat seinen Höhepunkt überschritten , sein Wärmeschub flaut ab.

Langfristig aber dürfte der anhaltende Treibhausgasausstoß die globale Erwärmung antreiben, erwarten Forscher - wie stark, ist aber umstritten. Auch die Folgen der erwarteten Erwärmung sind unklar. Forscher rechnen aber in vielen Regionen mit gefährlichen Auswirkungen, insbesondere durch den Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen und Dürren.

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boj