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Brände in Kalifornien: Rauch und Feuer

Foto: NASA Earth Observatory

Feuerkatastrophe Warum es in Kalifornien so häufig brennt

Immer wieder lodern heftige Feuer in Kalifornien. Für das Branddesaster gibt es drei Gründe.

Mehr als zweihunderttausend Menschen können nicht in ihre Häuser zurückkehren, Dutzende Menschen sind tot. Die Brände in Kalifornien haben schwere Schäden angerichtet, sie gelten als die bislang folgenreichsten. Innerhalb weniger Tage verkohlten Zehntausende Hektar Land, Häuser und Autos. Es sind nicht die ersten Brände in diesem Jahr. Bereits im Sommer wüteten in dem Bundesstaat die Flammen.

Immer wieder trifft es Kalifornien. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe, die gemeinsam zu einer gefährlichen Mischung werden:

  • Trockenheit bildet die Grundlage für das Feuer,
  • reichlich Vegetation den Nährboden für die Ausbreitung,
  • und starke Winde wirken im Herbst zusätzlich als Brandbeschleuniger.

Bis zu 12,7 Zentimeter weniger Niederschlag

Zunächst zur Trockenheit: Wie in den meisten westlichen Bundesstaaten regnet es in Kalifornien im Sommer kaum, die Böden trocknen nach und nach aus. Dann reicht ein Blitzeinschlag oder ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel aus, um einen Brand auszulösen. Diese Trockenheit erklärt - neben anderen Faktoren - die Brände im Sommer.

Foto: SPIEGEL ONLINE

Im Herbst beruhigt sich die Lage in der Regel, wenn im Oktober der Regen zurückkehrt. Dann füllen sich Böden und trockene Bäume und Sträucher wieder mit Wasser. Doch in diesem Jahr war das kaum der Fall.

"Wenn es in Kalifornien ansatzweise normale Mengen geregnet hätte, hätte die Tragödie in Paradise wahrscheinlich verhindert werden können", schreibt der Klimaforscher Daniel Swain vom Institute of the Environment and Sustainability der University of California auf Twitter. Allein in dem Ort sollen 6700 Häuser abgebrannt sein.

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Dazu postete Swain eine Grafik , die zeigt, wie wenig Niederschlag zwischen 10. September und 8. November im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt in Kalifornien gefallen ist. In manchen Regionen im Norden und Nordwesten des Bundesstaats waren es demnach bis zu 12,7 Zentimeter weniger als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

Es könnte noch schlimmer werden

Zwar trage der Herbstregen in Kalifornien üblicherweise nicht viel zum jährlichen Gesamtniederschlag bei, er sei aber wichtig, um das Ökosystem mit Wasser zu versorgen und die Feuersaison zu beenden, so Swain. In diesem Jahr habe der Regen allerdings erst spät eingesetzt. Die Regenmenge der vergangenen 60 Tage liege bei weniger als 20 bis 30 Prozent der langjährigen Durchschnittsmenge.

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Brände in Kalifornien: Rauch und Feuer

Foto: NASA Earth Observatory

Das könnte künftig häufiger so werden. Swain geht in einer "Nature"-Studie aus dem Mai  davon aus, dass Wetterextreme in Kalifornien in diesem Jahrhundert zunehmen werden, es häufiger Fluten und häufiger Dürren gibt. Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Herbst weiter sinkt. In weiten Teilen Kaliforniens zeichne sich dieser Trend in der Langzeittendenz bereits ab, erklärt der Forscher auf Twitter.

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Möglicherweise hat die Entwicklung bereits eingesetzt: Neun der zehn größten seit 1932 in Kalifornien dokumentierten Waldbrände haben ab dem Jahr 2000 stattgefunden, berichtet die "New York Times" .

Vegetation und Winde als Brandbeschleuniger

Es ist aber nicht nur Trockenheit, die zu den häufigen und heftigen Bränden in Kalifornien führt. Grafiken über die gesamte USA zeigen, dass es in anderen Staaten derzeit sogar noch schlechter aussieht. Vor allem in Arizona, Colorado, New Mexico und Utah melden die Behörden extreme Dürre. Allerdings sind diese oft ohnehin trockeneren Regionen dünner bewachsen als Kalifornien. Feuer können sich dadurch nicht so leicht ausbreiten wie im grüneren Kalifornien.

Trockenheit in den USA, 31. Oktober bis 6. November, je dunkler das Rot, desto großer die Dürre

Trockenheit in den USA, 31. Oktober bis 6. November, je dunkler das Rot, desto großer die Dürre

Foto: NASA

Hinzu kommen starke Winde, die die Herbstfeuer in Kalifornien besonders gefährlich machen. Diese sogenannten Santa-Ana-Winde bringen zum einen trockene Luft aus dem Großen Becken, das vor allem im Bundesstaat Nevada liegt, nach Südkalifornien und tragen so zur Trockenheit bei.

Zum anderen verwehen sie die Glut der bereits existierenden Feuer und erzeugen neue Brandherde. Von Oktober bis April breiten sich Brände in Kalifornien durch diese Winde mitunter drei Mal schneller aus als in der Brandsaison von Juni bis September, berichteten Forscher in einer Studie von 2015 . Die Winde wirken demnach wie Brandbeschleuniger und kämen so oft auch näher an Ortschaften heran.

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