"Findet Dorie" Wie ein Film Tropenfische bedroht

Dorie aus dem Disney-Film? Echt süß. Dumm nur, wenn viele Kinder jetzt so ein Tier haben wollen - denn das hat dramatische Folgen für die Paletten-Doktorfische, die als Vorlage für den blauen Sympathieträger dienten.

Filmfisch Dorie (rechts im Bild)
AP

Filmfisch Dorie (rechts im Bild)


Der Disney-Film "Findet Dorie" könnte möglicherweise dramatische Folgen haben - für die Paletten-Doktorfische, zu denen Dorie gehört. Der WWF warnt vor dem Kauf der Fische. "Marine Zierfische sind kein Kinderspielzeug", sagte Meeresschutzexperte Philipp Kanstinger. "Gerade Paletten-Doktorfische wie Dorie sind nicht pflegeleicht, sie brauchen viel Platz und Erfahrung."

Paletten-Doktorfische kommen aus dem Indo-Pazifik. Dort leben sie an küstennahen, strömungsreichen Korallenriffen in Tiefen von 2 bis 40 Metern. Sie haben an der Schwanzwurzel einen scharfen Dorn, den sie zur Verteidigung nutzen. Erwachsene Fische leben meist als Paar oder Einzelgänger, Jungfische dagegen in kleinen Schwärmen. In dieser Größe werden sie meist für den Aquaristikhandel gefangen.

Mit Gift gefangen

Das Problem: Seit dem Rekordfilmstart in den USA ist die Nachfrage nach den Tieren spürbar gestiegen, berichtet "Die Zeit". Um beliebte Zierfische leichter fangen zu können, würden sie verbotenerweise oft mit Cyanid betäubt, so der WWF. Das vergifte andere Rifforganismen wie Korallen. Die mit Cyanid gefangenen Fische seien oft so geschwächt, dass ein Großteil den anschließenden Transport nicht überlebe.

Beim Paletten-Doktorfisch ist die Vermehrung in Gefangenschaft laut "Zeit"-Bericht besonders schwer: "Bis vor Kurzem dachte ich, es sei vollkommen unmöglich, Doktorfische nachzuzüchten", sagte Aquaristik-Experte Andreas Kunzmann vom Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie. Im Juli berichteten Züchter aus Florida zwar, dass dies geklappt habe. Bis solche Nachzuchten aber im Handel verkauft werden, dürften wohl noch Jahre vergehen.

Der Animationsfilm "Findet Dorie" kommt Ende nächster Woche in die deutschen Kinos. Darin geht es um den unter Gedächtnisschwund leidenden Paletten-Doktorfisch Dorie, der versucht, seine Familie wiederzufinden. Vorgänger des Films ist "Findet Nemo" (2003). Dieser hatte eine starke Nachfrage nach Clownfischen ausgelöst.

chs/dpa



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