WWF-Ratgeber Welcher Fisch auf den Teller darf

Finger weg von Schillerlocken, Aal und Granatbarsch, rät der WWF in seinem Einkaufsratgeber. Heringe, Sprotten und Karpfen darf man dagegen mit gutem Gewissen essen.

Geräucherter Aal gehört zu den Fischgerichten, auf die man laut WWF lieber verzichten sollte
AFP

Geräucherter Aal gehört zu den Fischgerichten, auf die man laut WWF lieber verzichten sollte


Fisch ist gesund, viele finden ihn auch lecker - und trotzdem sollte man ihn nur in Maßen genießen, finden Umweltschützer. Etwa einmal in der Woche Fisch zu essen, sei in Ordnung, lautet die Einschätzung der Umweltstiftung WWF. Die Organisation hat am Montag ihren neuen Fischratgeber vorgestellt.

Ein Überblick, welche Fische laut WWF gar nicht auf den Teller gehören, welche guten Alternativen es gibt - und worauf Verbraucher bei Klassikern wie Lachs, Scholle und Meeresfrüchten achten sollten:

Was gar nicht geht

Fische wie Hai, Aal und Granatbarsch sind so selten geworden, dass sie nicht auf den Speiseplan gehören. Das Gleiche gilt laut WWF für Schnapper und Blauflossenthunfisch. Viele Verbraucher wissen zum Beispiel nicht, dass Schillerlocken aus den Bauchlappen des Dornhais bestehen und damit tabu sein sollten. Aale seien sogar vom Aussterben bedroht, heißt es.

Gute Alternativen

Einige Fischarten kann man laut WWF recht bedenkenlos essen, darunter Heringe und Sprotten aus Nord- und Ostsee. Auch europäische Karpfen und Bio-Forellen aus einer Aquakultur seien in Ordnung.

Bei Fischen wie Lachs, Kabeljau und Scholle kommt es besonders auf die Herkunft an. "Bei Lachs aus Aquakultur empfehlen wir, auf das ASC-Siegel für verantwortungsvolle Aquakultur oder auf die Biosiegel zu achten", sagt Catherine Zucco vom WWF. ASC ist die Abkürzung für Aquaculture Stewardship Council.

Wer gerne Wildlachs isst, sollte auf Angebote mit MSC-Logo achten oder Buckel- oder Ketalachs aus dem Nordostpazifik wählen. MSC steht für Marine Stewardship Council und kennzeichnet Wildfisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei. "Auf Lachs aus der Ostsee sollte verzichtet werden, denn die meisten Bestände werden zu stark befischt."

Auch beim Kabeljau empfiehlt Zucco auf das MSC-Siegel zu achten. Wer Scholle mag, achtet idealerweise darauf, dass sie aus Nordsee oder Skagerrak kommt: "Dort sind die Bestände gesund." Verbraucher sollten aber auf das Fanggerät achten und Scholle aus Snurrewaden- oder Kiemennetzfischerei kaufen. "Grundschleppnetze sind schädlich für den Meeresboden und haben meist viel Beifang, deswegen ist diese Fischerei nur zweite Wahl."

Bei Meeresfrüchten auf die Herkunft achten

Auch beim Kauf von Garnelen, Tintenfischen und Muscheln sollten Verbraucher genau hinschauen. "Bei den tropischen Garnelen ist die beste Wahl die Bio-Aquakultur", sagt Zucco. Auch Garnelen mit ASC-Siegel seien empfehlenswert. "Von tropischen Garnelen aus Wildfang raten wir ab, da die engmaschigen Netze oft sehr viel Beifang von Jungfischen haben." Wer Garnelen aus nördlichen Gewässern mag, kauft am besten MSC-zertifizierte Kaltwassergarnelen.

Beim Tintenfisch gebe es sehr unterschiedliche Fischereien - eine gute Wahl ist laut Zucco Tintenfisch aus der Angelleinenfischerei aus dem Mittelmeer, aus dem Südwest- und Zentralatlantik oder aus dem östlichen Zentralpazifik.

Miesmuscheln sollten besser aus Hänge- oder Pfahlkulturen aus Westeuropa stammen. Nicht empfehlenswert seien hingegen solche aus Bodenkulturen.

jme/dpa



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