Treibhausgas Kühe stoßen bis zu 82 Prozent weniger Methan aus – wenn man sie mit Algen füttert

Die Landwirtschaft trägt erheblich zum Ausstoß klimaschädlicher Gase bei. Dabei lässt sich ein Großteil der Emissionen vermeiden, zeigt eine aktuelle Studie. Kühe müssten nur etwas anderes fressen.
Kuh auf einer Weide (Symbolbild): Wie gut Algen den Rindviechern schmecken, ist nicht bekannt

Kuh auf einer Weide (Symbolbild): Wie gut Algen den Rindviechern schmecken, ist nicht bekannt

Foto: Peter Kneffel/ picture-alliance/ dpa

Wenn Kühe Algen fressen, pupsen und rülpsen sie offenbar weniger. Schon ein kleiner Algenanteil im Futter reicht offenbar, und die Tiere stoßen bis zu 82 Prozent weniger Methan aus. Dadurch könnte die angepasste Diät langfristig zum Klimaschutz beitragen, berichten Wissenschaftler im Fachblatt »Plos One« .

Methan hält sich zwar nicht so lange in der Atmosphäre – hat aber laut Schätzungen eine mehr als 30-fach höhere Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Ohne Maßnahmen, um den Methan-Ausstoß in den Griff zu bekommen, könnte dieser bis zum Jahr 2050 noch einmal um 30 Prozent steigen, warnen Forscher.

Allein in Deutschland gehen laut dem Umweltbundesamt (UBA) 62 Prozent der gesamten Methan-Emissionen auf die Landwirtschaft zurück. Hauptverursacher ist die Tierhaltung. Nicht nur die Tiere selbst stoßen jede Menge Methan aus, auch die Weiterverarbeitung der Gülle sorgt für Emissionen.

Zumindest bei den Tieren selbst haben Forscher nun erhebliches Einsparpotenzial ausgemacht. Methan entsteht im Darm der Tiere, während Mikroben das Futter zersetzen. Der Prozess ähnelt der Fermentation.

Werden die Tiere allerdings zusätzlich mit Asparagopsis taxiformis gefüttert, bekannt als Rotalge, hat das offenbar einen beruhigenden Effekt auf die Verdauung.

Gibt es genug Algen?

Ein ähnliches Ergebnis hatten voneinander unabhängige Untersuchungen schon vor etwa zwei Jahren gezeigt. Nun haben sich die Forschungsteams zusammengetan, um den Effekt weiter zu untersuchen. Und die neuen Analysen bestätigten den Verdacht. Den Geschmack von Milch und Fleisch beeinflussen die Algen dagegen nicht, berichten die Forscher.

»Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns, aber diese Ergebnisse sind sehr ermutigend«, sagte Studienautorin Breanna Roque von der University of California laut »Guardian« . Die nächste Herausforderung wird laut den Forschern sein, ausreichend Rotalgen zur Verfügung zu stellen. Die Algen kommen zwar reichlich vor, werden aber nicht im großen Stil geerntet. Und es würden jede Menge Algen gebraucht: Der weltweite Rinderbestand beläuft sich laut Schätzungen auf etwa eine Milliarde Tiere.

koe
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