Florida Wildhüter verfüttern 55 Tonnen Salat an hungernde Seekühe

Floridas Manatis darben, weil zunehmende Wasserverschmutzung ihre Nahrungsgrundlage Seegras zerstört. Um zu verhindern, dass erneut Hunderte Tiere verhungern, steuern Umweltschützer nun mit massenhaft Blattsalat gegen.
Manatifütterung in einem Zoo

Manatifütterung in einem Zoo

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

Wildhüter im US-Bundesstaat Florida haben mit einer massiven Fütterungsaktion versucht, hungernde Seekühe vor dem Tod zu bewahren. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, verfütterten lokale Wildhüter im Rahmen eines experimentellen Programms insgesamt 55 Tonnen Salat an die Meeressäuger. Die Aktion wurde demnach am Kühlwasserablauf eines Kraftwerks durchgeführt, wo sich die Tiere in kalten Monaten gern aufhalten.

Mit der Initiative soll verhindert werden, dass abermals Hunderte Manatis verenden, weil sie keine Nahrung mehr finden. Im vergangenen Jahr waren rund 1100 Seekühe gestorben, die meisten davon waren verhungert. In diesem Jahr lag die Zahl der toten Tiere bereits bei 375 und damit fast genauso hoch wie 2021. Dutzende Seekühe werden zudem in Einrichtungen in Florida, Texas, Puerto Rico und Ohio wieder gesund gepflegt.

Der Salat kam laut AP durch mehr als 1000 private Spenden zusammen. Ron Mezich, der das Futterprogramm koordiniert, sprach von einer »substanziellen Menge«.

Nahrungsgrundlage bricht durch zunehmende Wasserverschmutzung weg

Eine langfristige Lösung ist Salat als Nahrungsersatz aber nicht. Seekühe fressen normalerweise Seegras. Wegen zunehmender Wasserverschmutzung durch intensive Landwirtschaft, Klärgruben und den Einfluss von Oberflächenwasser aus urbanen Gebieten wächst das Seegras aber nur noch schlecht oder überhaupt nicht mehr.

Der Bundesstaat Florida will nun mit einem millionenschweren Programm zur Wiederherstellung von Seegrasfeldern beitragen. »Wir lösen das Seegrasproblem nicht in einem Jahr«, wird Tom Reinert von Floridas Kommission für Wildtiere von AP zitiert. Heißt: Erst wenn sich die Wasserqualität deutlich verbessert, dürften die Manatis wieder eigenständig und dauerhaft genügend Futter finden.

Insgesamt haben sich die Seekuhbestände vor Florida in den vergangenen Jahrzehnten deutlich vergrößert. Schätzungen zufolge leben etwa 8800 Seekühe in Floridas Gewässern. Das ist eine große Verbesserung gegenüber den etwa 2000 Tieren in den Neunzigerjahren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde extensive Landwirtschaft als Ursache für die starke Wasserverschmutzung genannt. Gemeint ist intensive Landwirtschaft. Wir haben dies korrigiert.

fek/AP
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