Knochen in Großbritannien entdeckt Forscher finden riesigen Raubdinosaurier

Ein Forscherteam hat auf der britischen Isle of Wight einen spektakulären Fund gemacht: Vermutlich sind es die Überreste des größten jemals in Europa entdeckten jagenden Dinosauriers.
Rekonstruktionszeichnung des Spinosaurus: Zweibeiniges Tier mit krokodilähnlichem Kopf

Rekonstruktionszeichnung des Spinosaurus: Zweibeiniges Tier mit krokodilähnlichem Kopf

Foto: Anthony Hutchings

Manche Studien werden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, der ihnen maximale Aufmerksamkeit garantiert. So ist es auch im Fall einer Arbeit über einen neuen Dinosaurierfund: Wenn von diesem Donnerstag an der Blockbuster »Jurassic Park« die Urzeitviecher wiederauferstehen lässt, dürfte das auch das Interesse an dieser Entdeckung steigern.

Dabei ist der Fund britischer Wissenschaftler schon für sich genommen spektakulär. Auf der Isle of Wight fanden sie die Überreste des mutmaßlich größten fleischfressenden Dinosauriers in Europa. Die Knochen, die wohl von einem sogenannten Spinosaurus stammen, kamen an der Südwestküste der Großbritannien vorgelagerten Insel zum Vorschein.

»Das war ein riesiges Tier, mehr als zehn Meter lang. Und womöglich der größte jemals in Europa entdeckte jagende Dinosaurier«, sagte Chris Baker von der Universität Southampton, Hauptautor der in der Fachzeitschrift »PeerJ Life & Environment«  veröffentlichten Arbeit.

Die Fossilien, darunter Beckenknochen und Rückenwirbel, stammen von einem zweibeinigen Dinosaurier mit einem krokodilähnlichen Kopf – ein typischer Vertreter der Spinosaurier. Diese Landjäger, die teils mit auffälligen Dornfortsätzen der Rückenwirbel ausgestattet waren, die sich zu einer Art Kamm auf dem Rücken formten, lebten während der späten Unter- sowie frühen Oberkreide bis zum Ende der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren.

An den Überresten des nun gefundenen Tiers sei zu erkennen, dass sich nach dem Tod wohl eine Reihe von Aasfressern über ihn hergemacht hat. Im vergangenen Jahr hatten die Forscher aus Southampton bereits Erkenntnisse über die Erforschung zweier ähnlicher Arten veröffentlicht.

Gefundene Fossilien des Spinosauriers

Gefundene Fossilien des Spinosauriers

Foto: Spinosaurid

Der neue Fund stütze die Annahme, dass der Spinosaurus ursprünglich aus Westeuropa stamme und sich dort in mehrere Arten aufgespalten habe, bevor er sich weiterverbreitete, schreiben die Forscher. Sie wollen nun dünne Schichten der gefundenen Materialien unter dem Mikroskop untersuchen, um das genaue Alter und weitere Informationen über das Wachstum des Raubtieres herauszufinden.

Auf Nahrungssuche durch Lagunen und über Sandbänke

»Da bisher nur Fragmente bekannt sind, haben wir ihm noch keinen offiziellen wissenschaftlichen Namen gegeben«, so Mitautor Darren Naish. »Wir hoffen, dass mit der Zeit weitere Überreste auftauchen werden.«

Die geologische Erdschicht, in die der Fund gemacht wurde, lässt aber den Schluss zu, dass es sich um das jüngste Spinosaurier-Material handeln könnte, das bisher aus Großbritannien bekannt ist. Vermutlich ist das Tier vor rund 125 Millionen Jahren in der Region auf der Suche nach Nahrung durch Lagunengewässer und Sandbänke gestakst.

Es ist nicht der erste Fund dieser Art auf der Isle of Wight. Die geologischen Formationen dort sind teilweise viele Millionen Jahre alt und haben schon häufiger Fossilien freigegeben.

joe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten