Wochenend-Tipp 20.000 Jahre alte Pfeilspitzen zum Anfassen

Modernes Instrumentarium: 3D-Scan und Virtualisierung gehören inzwischen zum Standard-Repertoire von Archäologen und Paläontolgen
Neanderthal Museum

Modernes Instrumentarium: 3D-Scan und Virtualisierung gehören inzwischen zum Standard-Repertoire von Archäologen und Paläontolgen


Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Was aßen sie, welche Waffen benutzten sie, wie kleideten sie sich? Im Neanderthalmuseum in Mettmann verraten Forscher am Wochenende, wie man der Vergangenheit Geheimnisse entreißt.

Die Ratlosigkeit des Besuchers vor dem Exponat ist das Worst-Case-Szenario für Museumsbetreiber wie Besucher: Je komplexer die Materie, desto schwieriger ist es, Informationsbedürfnisse zu befriedigen. Denn so viel fachkundiges Personal kann man gar nicht haben.

Am Sonntag, 16. November von 11 bis 16 Uhr ist so etwas kein Problem im Neanderthalmuseum in Mettmann: Über 20 Fachwissenschaftler zeigen den Besuchern, wie man mit modernen Methoden in Steine und Boden blickt, Fundstücke vermisst und analysiert.

Näher ran: Funde zum Anfassen, Experten für die Nachfrage
Neanderthal Museum

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Wo immer das möglich ist, dürfen Besucher ganz unmittelbar mit der Forschung auf Tuchfühlung gehen: Da kann man 20.000 Jahre alte Pfeilspitzen in die Hand nehmen oder einen Blick aufs Display des Georadar werfen, das den Boden durchleuchtet und Strukturen sichtbar macht, ohne dass man dafür die Schaufel schwingen müsste.

Neben den Wissenschaftlern des Museums, das ja auch Forschungszentrum ist, beteiligen sich Experten der mit dem Museum kooperierenden Universitäten Köln und Aachen an den Vorführungen. Ebenfalls vor Ort sind Experten der Kommission für Archäologie außereuropäischer Kulturen Bonn und des Amtes für Bodendenkmalpflege des regionalen Landschaftsverbands.

Es ist das erste Mal, dass das Museum so einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Alle Aktionen und Vorträge sind am Forschungstag im normalen Eintrittspreis eingeschlossen: Das ist uns einen Ausflugstipp für Wissenschaftsinteressierte wert.

In der folgenden Woche kommt in Mettmann dann auch der laufende Umbau des Sonderausstellungsbereichs zu seinem Ende. Ab Samstag, 22. November, dreht sich dort alles ums Thema Fleisch als Motor unserer kulturellen Evolution.

pat



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