Fossile Sensation
Australier entdeckt ältestes Wirbeltier der Welt
Ein Bauer hat in Südaustralien die vermutlich ältesten bekannten Überreste eines Wirbeltiers entdeckt. Das Fossil hat die Form einer Kaulquappe und ist nach Meinung von Paläontologen mindestens 560 Millionen Jahre alt.
Sollte sich die Analyse der Wissenschaftler bewahrheiten, hätten Wirbeltiere die Erde 30 Millionen Jahre früher
bevölkert als bislang vermutet. Das Tier sei "unser frühester Vorfahre, er ist wie der Embryo aller Tiere", erläuterte Jim Gehling, Chefpaläontologe des South Australian Museum in Adelaide.
Einen direkten Beweis für eine Wirbelsäule haben die australischen Experten zwar nicht gefunden. Allerdings ließen die Form des Tieres, seine schräg stehenden Muskeln und das Kopfende darauf schließen. Das Fossil stammt aus dem Sandstein der südaustralischen Flinders Ranges. Bevor die Forscher seine Bedeutung erkannten, habe es fünf Jahre auf der Veranda eines Bauern gelegen. Der genaue Fundort wurde geheim gehalten.
"Das Phantastische an der Sache ist, dass dieses Exemplar
mindestens 30 Millionen Jahre älter als alles andere ist, was jemals
auf Wirbeltiere hinwies", sagte Gehling dem australischen Sender ABC. Das Fossil könne auch noch fünf Millionen Jahre älter sein. Das exakte Alter sei nur schwer zu bestimmen.
1999 fanden Wissenschaftler in China Fossilien von kieferlosen Fischen, die 530 Millionen Jahre alt sein sollen. Ein Forscher mutmaßte schon damals, die Fische seien dermaßen weit entwickelt, dass es schon weit früher erste
Wirbeltiere gegeben haben müsse. Er datierte den möglichen
Entstehungszeitraum für Wirbeltiere auf die Zeit vor 555 Millionen
Jahren. Der jüngste Fund scheint die These zu bestätigen. Zu seiner
weiteren Untersuchung sollte das Kaulquappen-Fossil in ein Institut in Adelaide gebracht werden.
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