Fossilfund in Chile Fiona, der schwangere Fischsaurier

In einem Gletscher in Patagonien hat eine Paläontologin ein besonderes Fossil entdeckt: einen versteinerten Ichthyosaurier mit Embryonen im Bauch. Das Tier könne nun helfen, die Entwicklung der Urzeitgiganten zu verstehen.
In Chile wurde ein besonders gut erhaltener, schwangerer Ichthyosaurier entdeckt

In Chile wurde ein besonders gut erhaltener, schwangerer Ichthyosaurier entdeckt

Foto: GAIA Antarctic Research Center University / REUTERS

In Chile haben Wissenschaftlerinnen und Paläontologen ein besonderes Fossil vorgestellt: einen hervorragend erhaltenen Ichthyosaurier – mit intakten Embryonen im versteinerten Bauch.

Das vier Meter lange Fossil stammt aus dem Tyndall-Gletscher in der chilenischen Region Patagoniens. Und wurde von den Forschenden auf den Namen »Fiona« getauft.

Fiona sei »der einzige schwangere Ichthyosaurier, der auf der Erde aus der Zeit vor 129 bis 139 Millionen Jahren gefunden wurde«, sagte die Wissenschaftlerin Judith Pardo von der Universidad de Magallanes in der südchilenischen Stadt Punta Arenas. Das Fossil »ist also unglaublich wichtig.« »Fiona« solle dabei helfen, die Embryonalentwicklung bei Ichthyosauriern zu untersuchen und zu verstehen. Ichthyosaurier – die umgangssprachlich auch Fischsaurier genannt werden – lebten vor 90 bis 250 Millionen Jahren in den Meeren der Welt.

Transportiert wurde Fiona in fünf Gesteinsblöcken zu je 200 Kilogramm

Die Paläontologin Pardo hatte das Fossil bereits vor mehr als einem Jahrzehnt entdeckt. Doch es war schwierig, das versteinerte Meerestier zu bergen: wegen der extremen klimatischen Bedingungen in Patagonien, wegen des unwegsamen Geländes und der Abgeschiedenheit des Fundortes.

Forschende der Universidad de Magallanes in Chile bergen das Fossil eines Fischsauriers auf dem Tyndall-Gletscher in Patagonien

Forschende der Universidad de Magallanes in Chile bergen das Fossil eines Fischsauriers auf dem Tyndall-Gletscher in Patagonien

Foto: GAIA Antarctic Research Center University / REUTERS

Insgesamt dauerte es nach Angaben der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 31 Tage, um »Fiona« zu bergen. Um alle Knochen intakt zu belassen, mussten fünf Gesteinsblöcke mit einem Gewicht von je 200 Kilogramm entnommen werden. Diese Brocken wurden dann mit einem Hubschrauber abtransportiert.

Bekannt gegeben hatten die Universität den Fund am Dienstag. Das Fossil werde nun für die Ausstellung im Naturkundemuseum Rio Seco im Süden Chiles vorbereitet.

Die Region, in der auch »Fiona« nach vielen Millionen Jahren wieder zum Vorschein kam, zählt zu den reichhaltigsten und am besten erhaltenen Fundstellen für Ichthyosaurier. Diese Meeresreptilien lebten im Mesozoikum, dem Erdmittelalter. Vor mehr als 90 Millionen Jahren starben sie aus – und damit noch viele Millionen Jahre vor den Dinosauriern.

vki/Reuters