Fremde Arten Exoteninvasion gefährdet den Bodensee

Im Bodensee schwimmt so allerhand rum, was da nicht hineingehört. Nicht Schwimmer und Surfer machen Naturschützern Sorgen, sondern exotische Fische, Muscheln, Schnecken und Krebse. Die ungebetenen Gäste gefährden das Ökosystem.

Stuttgart - Nach Angaben der Internationalen Gewässerschutzkommission (IGKB) machen sich im Bodensee immer mehr fremde Tierarten breit. Die IGKB unterstützt deshalb ein internationales Forschungsprojekt, das diese so genannten aquatischen Neozoen eingehend untersuchen wird. Das teilte das baden-württembergische Umweltministerium in Stuttgart mit. Der Bodensee ist auch Trinkwasserspeicher für 4,5 Millionen Menschen.

Gefunden wurden artfremde Muscheln, Schnecken oder Krebse, aber auch Fische. Eingeschleppt werden sie unter anderem durch Boote aus anderen Gewässern, die ungereinigt im Bodensee zu Wasser gelassen werden. Daneben gelangen teils exotische Fische in den See, weil einige Aquarianer die Behälter in die Kanalisation, in die Zuflüsse oder direkt in den See entleeren.

Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) äußerte die Befürchtung, dass bisher nicht heimische Organismen vorhandene Arten verdrängen könnten. "Ich sehe das mit Sorge", sagte sie heute. Auch auf Grund des Klimawandels, beispielsweise durch eine Erwärmung des Wassers, hätten artfremde Lebewesen bessere Überlebenschancen als früher. Die weitere Entwicklung müsse sorgfältig beobachtet werden.

Der IGKB gehören Länder und Kantone der Anrainer Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Mit den artfremden Lebewesen im Bodensee hatten sich die Mitglieder bei ihrer Tagung in Schruns (Vorarlberg) beschäftigt. Weiteres Thema des Treffens war die Verbauung der Uferzonen mit den ökologisch bedeutenden Flachwasserbereichen. Eine Handlungsanleitung zur Renaturierung von Uferstreifen soll bis 2006 zur Verfügung stehen.