Friedrich-Loeffler-Institut Zahl der Wildtiere mit Schweinepest geht zurück

Die Afrikanischen Schweinepest bedroht zahlreiche deutsche Züchter. Nun geht die Zahl der infizierten Tiere in freier Wildbahn laut einem Medienbericht zurück. Das spräche für die Seuchenbekämpfung in Deutschland, so eine Expertin.
Wildschweine im Nationalpark bayerischer Wald

Wildschweine im Nationalpark bayerischer Wald

Foto: Dominik Kindermann / IMAGO

Die Zahl der mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) neu infizierten Wildschweine in Deutschland verringert sich nach Einschätzung des nationalen Referenzlabors. Zwar seien mittlerweile mehr als 4000 Fälle in freier Wildbahn registriert, sagte die Wissenschaftlerin Carola Sauter-Louis vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) laut einem Bericht der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Die Tendenz sei zuletzt aber abnehmend. »Das ist eine positive Nachricht und spricht für die Seuchenbekämpfung in Deutschland.« Die Gefahr, die von der Tierseuche ausgehe, bleibe trotzdem hoch.

Der erste deutsche Fall der Tierseuche war bei einem Wildschwein in Brandenburg am 10. September 2020 bestätigt worden – zuvor waren bereits Tiere im nahen Polen infiziert. Seitdem stellen die Behörden Ausbrüche in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fest. Mitte Juli vergangenen Jahres hatte die Schweinepest erstmals in Deutschland auf Hausschweine in Nutzbeständen übergegriffen – wieder in Brandenburg. Zuletzt war es erneut auch in Ställen in dem Bundesland und auch in Niedersachsen zu Ausbrüchen unter Hausschweinen gekommen. Mehrere tausend Tiere wurden gekeult.

Um länderübergreifende Übertragungen von Tieren zu verhindern, wurde in Brandenburg ein 120 Kilometer langer Zaun entlang der polnischen Grenze errichtet. Doch diese Maßnahme hatten Tierschützer teils kritisiert, weil an dem Drahtgeflecht auch zahlreiche andere Tiere wie Rehe umkamen. Auch Dänemark hatte so einen Wildschweinzaun entlang der Grenze errichtet, um die heimischen Wild- und Zuchttiere zu schützen.

Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es in Europa bislang noch nicht, die Forschung läuft. Sauter-Louis und ihre Kollegin Sandra Blome dämpften allerdings die Hoffnungen auf einen Einsatz eines Impfstoffs in der Landwirtschaft. »Der prophylaktische Einsatz eines Impfstoffs bei Schweinen im Stall ist allein aus rechtlichen Gründen derzeit schwierig. Das lässt die Gesetzeslage auf EU-Ebene nicht so einfach zu«, sagte Blome.

Schutzzaun gegen die Ausbreitung der Schweinepest ASP in Vierlinden, Brandenburg

Schutzzaun gegen die Ausbreitung der Schweinepest ASP in Vierlinden, Brandenburg

Foto: Florian Gaertner / photothek / IMAGO

Sie sehe den Einsatz eher über eine sogenannte Köderimpfung bei Wildschweinen. »Je größer die Viruslast im Wildschweinebestand ist, desto größer ist das Risiko, dass das Virus seinen Weg in einen Stall findet. Es ist also sinnvoll, bei den Wildschweinen anzusetzen«, sagte Blome.

ASP ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Betroffene Tiere leiden unter Fieber, Schwäche und Atemproblemen und verenden in der Regel nach sieben bis zehn Tagen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch den Menschen über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

joe/dpa
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