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AKW Fukushima: Dampf am Pannenmeiler

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AKW-Ruine Fukushima Dampf aus havariertem Kernkraftwerk ausgetreten

Neue Probleme am Havariemeiler Fukushima: Wie das kontaminierte Wasser gereinigt und sicher aufbewahrt werden soll, ist immer noch nicht geklärt. Nun meldet der Betreiber Tepco, dass Dampf aus der Anlage entwichen ist.

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nach Angaben des Betreibers Tepco erneut Dampf ausgetreten. Tepco konnte die genaue Ursache des Austritts am Freitag zunächst nicht nennen. Vermutet wurde, dass der Dampf von einer Lache auf dem Reaktor aufsteigt. Die Lage in der schwer beschädigten Anlage sei insgesamt aber stabil. Weder in dem Gebäude noch in der Umgebung wurden laut Tepco erhöhte Strahlenwerte gemessen.

Zuletzt hatten mehrere Lecks in der Atomanlage Anlass zur Sorge gegeben. Tausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers waren dort ausgetreten. Tepco vermutet, dass das verseuchte Kühlwasser zum Teil ins Grundwasser gelangte. Die Temperatur der Reaktoren ist nach Angaben der Betreiberfirma aber inzwischen stabil, so dass keine Gefahr drohe.

Wasser ist für die Aufräumarbeiten im zerstörten AKW Fukushima I unerlässlich: Täglich pumpt Tepco etwa 400 Tonnen Wasser von oben in die Reaktorgebäude, um sie zu kühlen. Anschließend muss das hochbelastete Kühl- und Grundwasser wieder aus dem Gebäudekomplex an die Oberfläche zurückgepumpt und zwischengelagert werden. Mehr als tausend Tanks sind auf dem Gelände inzwischen befüllt. Ein Leck in einem dieser Tanks hatte kürzlich zum Austritt radioaktiven Materials und damit zu einem "ernsten Störfall" geführt.

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Fukushima: Strahlende Wassermassen

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Unteririscher Eisring soll Ruine abdichten

Erst in der vergangenen Woche hatte die japanische Atomaufsichtsbehörde (NRA) einen neuen Höchstwert radioaktiver Strahlung um die Wassertanks gemeldet: Der Behörde zufolge wurden dort 2200 Millisievert pro Stunde gemessen - eine Dosis, die eine ungeschützte Person innerhalb weniger Stunden tötet.

Angesichts der anhaltenden Pannen in dem Kraftwerk und weltweiter Besorgnis hatte die japanische Regierung Anfang des Monats einen Notfallplan zur Eindämmung der Lecks im havarierten AKW beschlossen: 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) sollen unter anderem in den Bau eines unterirdischen Eisrings fließen. Diese sogenannte Bodenvereisung soll das radioaktiv kontaminierte Areal abdichten. Ob diese Technik auch Erfolg haben kann, ist jedoch umstritten.

"In den nächsten Monaten", sagte Date Klein, Chef der US-Atomaufsichtsbehörde NRC, werde Japan Fachleute aus Europa und den USA um Unterstützung bitten. Klein, der eigentlich als "unabhängiger Berater" von Tepco verpflichtet ist, hatte die Firma schon zuvor scharf kritisiert. "Sie wissen nicht, was sie tun", hatte Klein dem Tepco-Management kürzlich vorgeworfen. "Sie haben keinen Plan."

In Fukushima war nach einem Erdbeben und einem Tsunami am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Tepco kämpft seither mit großen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlungszwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde.

nik/dpa
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