Galapagosinseln Drohnen bekämpfen Ratten

Das Öko-Paradies Galapagos ist schon länger von eingeschleppten Tieren bedroht. Gegen eine Rattenplage setzen Forscher deshalb nun neueste Technik ein - auch aus Kostengründen.

Giftköder gegen Rattenplage
AFP/ Galapagos National Park

Giftköder gegen Rattenplage


Die Galapagosinseln vor der Küste von Südamerika gelten als ökologisches Paradies. Ein Großteil der Flora und Fauna ist endemisch - sie kommt nur auf der Inselgruppe vor. Schon Charles Darwin zeigte sich begeistert von der Artenvielfalt. Schließlich wurde der Naturforscher von den Galapagosinseln zu seiner Evolutionstheorie und dem Werk "Die Entstehung der Arten" inspiriert.

Doch schon länger ist das Öko-Paradies bedroht. Ein großes Problem auf den zu Ecuador gehörenden Inseln sind eingeschleppte Arten, die dort einst nicht heimisch waren. Dazu gehören etwa Schweine, Katzen, Hunde. Und vor allem Ratten. Sie sind zu einer echten Plage geworden.

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Rattenplage auf Galapagos-Inseln: Köder aus der Luft

Um die Nager auf den zahlreichen Inseln effektiver bekämpfen zu können, setzen die ecuadorianischen Behörden nun Drohnen ein. Die Drohnen werfen bereits seit mehreren Tagen auf der Seymour-Norte-Insel und der Mosquera-Insel Giftköder ab, wie die Verwaltung des Nationalparks erklärte. Der Einsatz ist Teil eines umfassenden Programms gegen die Ratten.

Im Visier der Parkverwaltung stehen die Hausratte und die Wanderratte, die sich auf den Galapagos-Inseln während der vergangenen Jahre stark ausgebreitet haben. Die von Menschen eingeschleppten Tiere bedrohen seltene einheimische Arten wie die nachtaktive Gabelschwanzmöwe und die Fregattvögel.

Die Schildkröten von Galápagos

Der Einsatz von Drohnen ermögliche es, insbesondere auf kleinen und mittelgroßen Inseln präziser gegen die Ratten vorzugehen, erklärte Karl Campbell, Leiter der Organisation Island Conservation, die das Programm unterstützt. Zudem sei die Rattenbekämpfung aus der Luft kostengünstig.

Insgesamt werden zunächst bis Ende Januar rund 3000 Kilo Giftköder verteilt. Dies erfolgt allerdings nicht nur aus der Luft, sondern auch durch Parkmitarbeiter auf dem Boden. Zwei Jahre lang soll der Erfolg der Maßnahmen dann kontrolliert werden. So lange dürfte es nach Einschätzung der Parkverwaltung dauern, bis die Ratten ausgerottet sind.

Es ist nicht der erste Eingriff in die Natur auf den Inseln, die etwa tausend Kilometer vom Festland entfernt liegen. So hatten Forscher erst im vergangenen Jahr Landleguane umgesiedelt. Auch ein Zuchtprogramm für seltene Schildkrötenarten gibt es dort.

joe/AFP

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