"Gannet Alpha" 660 Tonnen Öl können noch in die Nordsee fließen

Shell wagt eine Prognose, wie viel Öl noch aus dem Leck an der Plattform "Gannet Alpha" strömen könnte. Demnach droht der Nordsee im schlechtesten Fall das Dreifache der schon ausgetretenen Menge.

DPA/ PAUL WARRENER

Hamburg - Mehr als 200 Tonnen Öl sind aus einem Leck an der Plattform "Gannet Alpha" bereits in die Nordsee geflossen. Nach Angaben von Shell könnten im Extremfall weitere 660 Tonnen austreten. Bei der Menge handle es sich um das geschätzte Maximum, sagte ein Sprecher des britisch-niederländischen Ölkonzerns am Donnerstag in London.

Das Öl tritt aus einer Pipeline unterhalb der Plattform aus. Da die Leitung gesichert sei, sei die Menge an Öl darin begrenzt. Nach Konzernangaben ist es allerdings unter anderem wegen mehrerer übereinandergelagerter Rohre schwierig festzustellen, wie viel Öl tatsächlich noch dort liegt.

Umweltschützer betonten in den vergangenen Tagen, jegliche Menge Öl richte Schaden an der Natur an. Nach Angaben der britischen Behörden handelt es sich in der Region um den größten Störfall dieser Art seit mehr als einem Jahrzehnt. Im Jahr 2009 beispielsweise habe die komplette Menge Öl, die in die Nordsee geflossen sei, bei 50,93 Tonnen gelegen. Mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist das Leck freilich kaum zu vergleichen: Nach dem Untergang der von BP geleasten Ölplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren mehr als 800.000 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko gelaufen.

Man arbeite mit Tauchern und Robotern daran, das Leck zu schließen, hieß es am Donnerstag von Shell. Täglich trete derzeit weniger als ein Barrel Öl aus - also rund 159 Liter. Sowohl der Konzern als auch die britischen Behörden hatten am Vortag erneut betont, der nach dem Unglück entstandene Ölteppich werde sich auflösen und vermutlich nicht die Küste erreichen.

Shell hatte erst am Wochenende über das Leck an der Plattform "Gannet Alpha" rund 180 Kilometer vor der Küste Schottlands bei Aberdeen informiert. Umweltschützer kritisierten die mangelnde Transparenz des Konzerns. Zudem bezweifelten sie, dass die Ölkonzerne ausreichend auf mögliche Unfälle vorbreitet sind.

wbr/dpa

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