Gefährliche Blüte Giftalgen töten Wassertiere

Vor der Küste Kaliforniens sind Hunderte von Tieren durch giftige Algen gestorben. Vögel, Seelöwen und Delfine sind von der Vergiftung bedroht. Die tödlichen Algen könnten auch Menschen Schaden zufügen.

Seit Tagen schon werden an der kalifornischen Küste von San Diego bis nach San Francisco tote Vögel und Meerestiere angespült. 40 Vögel wurden in der vergangenen Woche in das International Bird Rescue Center in San Pedro gebracht. Die Tiere wiesen die Spuren einer Vergiftung mit Domoinsäure auf, die Nervensystem und Gehirn angreift. Der Direktor der Einrichtung ist schockiert vom Ausmaß der Vergiftungen.

"Ich arbeite hier seit 35 Jahren und ich habe, von einer Ölpest abgesehen, noch nie etwas Derartiges gesehen, was die Anzahl der betroffenen Spezies betrifft", so Jay Hocomb. Domoinsäure wird von mikroskopisch kleinen Algen produziert. Seevögel und –säuger nehmen das Gift auf, wenn sie Fische und Muscheln fressen, die sich von den Algen ernähren.

Die Algenpopulation wächst jedes Frühjahr an, wenn der Ozean sich erwärmt. Dieses Jahr jedoch sei die Blüte sehr früh gekommen, sehr großflächig und "sehr, sehr schnell", sagte David Caron von der University of Southern California. Möglicherweise seien "Tausende von Tieren betroffen", so Caron.

"In diesem Jahr kommen sie schon tot bei uns an"

Lisa Birkle vom Wetland and Wildlife Care Center in Huntington Beach sagte, das Gift sei heuer besonders tödlich und wirke schneller als üblicherweise. "Die Giftkonzentration ist so groß, dass wir keine Chance hatten, darauf zu reagieren. Normalerweise können wir bei betroffenen Tieren das Gift noch mit einer bestimmten Behandlung ausschwemmen – in diesem Jahr kommen sie schon tot bei uns an."

Menschen können nicht krank werden, wenn sie in algenverseuchtem Wasser schwimmen. Sie können das Gift aber aufnehmen, wenn sie vergiftete Fische oder Muscheln zu sich nehmen. Die Vergiftung kann Folgen von Übelkeit über Krampfanfälle bis hin zum Tod haben. Die kalifornischen Behörden sprachen deshalb eine Warnung aus: Sportfischer sollten darauf verzichten, ihren Fang zu verspeisen, und auch kommerziell gefangene Hummer und Krabben sollten nicht verzehrt werden. Bei einer Giftalgen-Blüte in den Jahren 2002 und 2003 starben oder erkrankten nach Angaben der National Marine Fisheries Services mehr als tausend Seelöwen und 50 Delfine.

cis/AP

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