Genomanalyse Sei ein Frosch!

Überraschendes Ergebnis der ersten umfassenden Analyse eines Amphibiengenoms: Mensch und Frosch sind genetisch ähnlich. Die Tiere können als Modell für den Kampf gegen Krankheiten dienen. Auch beim Schutz der Amphibien vor Umweltgiften soll das entschlüsselte Genom helfen.
Xenopus tropicalis (l.) mit Verwandtem (Xenopus laevis, r.): Genom entschlüsselt

Xenopus tropicalis (l.) mit Verwandtem (Xenopus laevis, r.): Genom entschlüsselt

Foto: Science/ AAAS

Washington - Forscher haben erstmals das Erbgut eines Froschs entziffert. Dabei fanden sie heraus, dass unser Genom dem der Amphibien sehr ähnlich ist. So kämen fast 80 Prozent aller beim Menschen bekannten Krankheitsgene auch beim untersuchten Krallenfrosch Xenopus tropicalis vor, berichten Forscher um Uffe Hellsten von der University of California in Berkeley im Fachmagazin "Science" .

Nach der Sequenzierung von Vertretern der Fische, Vögel und Säugetiere verfügen die Wissenschaftler nun über das erste Amphibiengenom. Insgesamt besitzt der Krallenfrosch etwa 20.000 bis 21.000 Gene, die als Bauplan für Proteine dienen. Beim Menschen liegt diese Zahl bei rund 23.000.

Die Forscher fanden heraus, dass zahlreiche Gene beim Krallenfrosch in der gleichen Abfolge angeordnet sind wie bei uns - und wie beim Huhn. Viele Bereiche hätten sich wenig verändert, seit sich vor rund 360 Millionen Jahren die Entwicklungswege der Tierklassen trennten, folgern die Wissenschaftler.

Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Frosch?

Der Frosch Xenopus tropicalis wird in Laboren weltweit zur Untersuchung von zellbiologischen Vorgängen oder der Embryonalentwicklung eingesetzt. Hellsten und seine Mitarbeiter wollen nun im Detail untersuchen, welche Gene den Frosch zum Frosch machen und welche andersherum bei Frosch und Mensch gleich sind.

Untersuchungen des Genoms sollen weiterhin dazu beitragen, die Überlebenschancen von Fröschen und anderen Amphibien in freier Natur zu verbessern. Diese Tiere reagierten sehr sensibel auf verschiedene Umweltchemikalien. Ein besseres Verständnis von den molekularen Wirkungsweisen dieser Stoffe könne dazu beitragen, die Vielfalt der Frösche in der Natur zu schützen, meint Forscher Hellsten.

chs/dpa
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