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»Klimabericht«-Podcast Sollen wir die Sonne verdunkeln?

Einen Vulkanausbruch imitieren, die Sonne verdunkeln und weltweit Temperaturen senken: Die Wissenschaft sucht radikale Wege aus der Klimakrise. Sollen wir solche Eingriffe in die Natur wagen?

Es ist das große Dilemma der Klimakrise: Die Erde heizt sich immer weiter auf. Selbst wenn wir jetzt radikal gegensteuern würden: Bis die Anstrengungen Effekte zeigen, vergehen Jahre. In denen sich die Erde weiter aufheizt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spielen deshalb schon länger mit der Idee, dem Planeten einen Sonnenschutz zu verpassen.

Solar-Geoengineering heißt die Disziplin. Eine der Ideen: mit Aerosolen die Wassertröpfchen in den Wolken vermehren. »Das könnte man zum Beispiel machen, indem man von Schiffen aus Meersalz aufwirbelt«, sagt Johannes Quaas, Professor für theoretische Meteorologie an der Uni Leipzig. »Der Grund ist, dass über dem Ozean sowieso Meersalz aufgewirbelt wird und dass es nach einer Woche wieder in den Ozean ausfällt.«

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Viele Wassertröpfchen in den Wolken haben einen kühlenden Effekt für den Erdboden, weil wenig Sonne durchscheint, aber auch einen reflektierenden Effekt nach oben, weil die Wolken von oben gesehen viel heller sind. Mehr Sonne wird zurückgestrahlt. Beides trägt zur Kühlung des Planeten bei.

Eine andere Idee: einen künstlichen Vulkanausbruch imitieren. Mithilfe von Flugzeugen sollen Schwefelteilchen in die Stratosphäre befördert werden, die sonst bei einem Ausbruch entstehen. »Diese Schwefelteilchen haben die Eigenschaft, dass sie Sonnenlicht streuen. Das heißt, die Teilchen reflektieren einen Teil des einfallenden Sonnenlichts zurück in den Weltraum und dadurch kommt weniger Licht bei uns am Erdboden an«, sagt Ulrike Niemeier. Sie ist Senior Scientist am Max-Planck-Institut für Meteorologie und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Vulkanen und deren Auswirkungen aufs Klima. »Ein Vulkanausbruch ist ja was ganz Lokales. Aber es gibt in diesen Höhen sehr starke Winde, die diese Teilchen über den ganzen Globus verteilen.«

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Die Ideen klingen verlockend, doch die Überlegungen zum Solar-Geoengineering haben Nebenwirkungen. »Durch diese Schwefelschicht, die ja global da ist, wäre der Himmel nicht mehr blau. Also man müsste damit rechnen, dass man immer so einen leicht milchigen Himmel hat und das hätte natürlich auch psychische Auswirkungen auf die Menschen«, sagt Niemeier. Ein weiterer Nachteil: Niemand kann mit absoluter Sicherheit vorhersagen, welche Konsequenzen Solar-Geoengineering auf unser Klima hat. Sollen wir trotz Unsicherheiten solche teuren und tiefgreifenden Eingriffe in die Natur wagen?

Sollen wir die Sonne verdunkeln, um uns vor dem Klimakollaps zu retten? Das diskutieren wir in dieser Woche im »Klimabericht«, unserem Podcast zur Klimakrise. Unsere Gäste sind Ulrike Niemeier vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und Johannes Quaas, Professor für theoretische Meteorologie an der Uni Leipzig.

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