Neues aus der Geoforschung Ölproduktion übersteigt Höhepunkt, Nasa-Sensation widerlegt, Jahrhundert-Explosion

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4. Teil: Die größte Explosion des 20. Jahrhunderts


Katmai: Die Bergkuppel (weiße Linie) wurde beim Ausbruch 1912 weggesprengt
Corbis

Katmai: Die Bergkuppel (weiße Linie) wurde beim Ausbruch 1912 weggesprengt

Vor 100 Jahren ereignete sich die größte Explosion des 20. Jahrhunderts: Vom 6. bis zum 10. Juni spuckte der Vulkan Katmai in Alaska, gut 400 Kilometer nordöstlich von der Stadt Anchorage gelegen, Magma und Asche. Bei dem Ausbruch schoss dreimal mehr Material in den Himmel als bei der Eruption des Pinatubo. Sie war die zweitgrößte des 20. Jahrhunderts und kühlte das Weltklima zwei Jahre lang deutlich ab. Der Geologische Dienst der USA (USGS) hat zum Jahrestag das Wissen über den Gigantenausbruch in einem knapp 300 Seiten starken Band zusammengefasst.

Es ist ein Buch voller gruseliger Superlative: Aufquellendes Magma ließ den Berg bei 14 schweren Erdbeben erzittern. Während dreier Explosionen binnen 60 Stunden förderte der Katmai demnach 30mal mehr Asche als der andere große Vulkanausbruch in den USA im 20. Jahrhundert, der des Mount St. Helens von 1980. Das Dach des Berges stürzte ein; den Krater füllt heute ein See.

"Wir sahen drei Tage die Sonne nicht", berichteten Anwohner noch in 1000 Kilometern Entfernung. "Danach war die Sonne tagelang so blass wie der Mond." Noch in 200 Kilometern Entfernung in der Stadt Kodiak legte sich eine 30 Zentimeter dicke Ascheschicht auf die Landschaft. Vulkanasche wiegt etwa das Fünffache von Schnee - Dächer halten nicht lange stand. Zwölf Menschen starben. Ein solcher Ausbruch nahe einer Großstadt wäre eine Katastrophe.

Ein Rätsel bleibt

Die Landschaft Südwest Alaskas veränderte sich: Wälder und Wiesen versanken in der Asche, Flüsse verstopften, Tiere starben. Die Eruption wird mittlerweile der Magmakammer des Novarupta zugeschrieben, der mit dem Katmai einen Doppelvulkan bildet.

Doch ein Rätsel bleibt: Das Klima kühlte sich weitaus weniger stark ab, als bei der Größe des Ausbruchs zu erwarten gewesen wäre. Vermutlich haben die nördliche Lage und die Jahreszeit dafür gesorgt, dass Luftströmungen die Asche im Norden gehalten haben, so dass die weltweiten Auswirkungen begrenzt blieben.

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EchoRomeo 10.06.2012
1. So ein Kokolores
die Produzenten werden immer nur so viel fördern, daß der Preis zwar hübsch hoch bleibt, ihre Konsumenten sich den aber noch leisten können. "Peak Oil" ist einer der Monstanzen der Weltklima- und Bessermenschen- ud Alarmiste-Sekte(n). Und wie alle Weltuntergangs-Sekten schaffen sie es immer wieder bei Bedarf ihre Untergangsszenrarien nach hinten zu verschieben.
c59 10.06.2012
2. Wieso Meinung? Propaganda!
Die Ölförderung ist ein Faktum. Man kann die Daten dazu jedes Jahr, jeden Monat, jeden Tag vergleichen, wenn man möchte. Natürlich kann man dazu auch eine "Meinungen" streuen und natürlich ist innerhalb dieser "Meinungen" die Förderung überschritten bzw. rückläufig, denn damit lassen sich schließlich die Preise hochhalten und weiter erhöhen und nur darum geht es ausschließlich. Also Propaganda!
jeze 10.06.2012
3. Peakoil
Zitat von EchoRomeodie Produzenten werden immer nur so viel fördern, daß der Preis zwar hübsch hoch bleibt, ihre Konsumenten sich den aber noch leisten können. "Peak Oil" ist einer der Monstanzen der Weltklima- und Bessermenschen- ud Alarmiste-Sekte(n). Und wie alle Weltuntergangs-Sekten schaffen sie es immer wieder bei Bedarf ihre Untergangsszenrarien nach hinten zu verschieben.
Sie haben Peak Oil nicht verstanden. Peak Oil beschreibt ja genau den Punkt, bis zu dem die Erdölproduzenten die Fördermenge beliebig anpassen können (den Preis zu maximieren ist ja schlicht Marktwirtschaft). Da es Peak Oil Berechnungen wie im Text auch richtig vermerkt schon vor 50 Jahren gab, kann es wohl kaum eine Theorie des Öko-Terrors sein. Peak-Oil beschreibt schlicht den Punkt, an dem die momentane Nachfrage nach Öl nicht mehr komplett gedeckt werden kann. Deswegen ist auch ein Peak-Oil von konventionellem Öl völlig irrelevant. Die Frage ist nur, ob genug Öl da ist, oder nicht - wo es her kommt, ist völlig egal.
jeze 10.06.2012
4. Wieso Propaganda?
Zitat von c59Die Ölförderung ist ein Faktum. Man kann die Daten dazu jedes Jahr, jeden Monat, jeden Tag vergleichen, wenn man möchte. Natürlich kann man dazu auch eine "Meinungen" streuen und natürlich ist innerhalb dieser "Meinungen" die Förderung überschritten bzw. rückläufig, denn damit lassen sich schließlich die Preise hochhalten und weiter erhöhen und nur darum geht es ausschließlich. Also Propaganda!
Erklären sie mal bitte, wieso es Propaganda braucht um Preise hochzuhalten. Das kann man völlig ohne Propaganda tun.
M. Michaelis 10.06.2012
5.
Zitat von sysopREUTERSDer Wendepunkt ist erreicht: Die Erdöl-Förderung beginnt nach Ansicht von Experten zu sinken. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Die größte Explosion des 20. Jahrhunderts, eine sensationelle Nasa-Meldung scheint widerlegt, und Zypern fordert Mondgestein zurück. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,837620,00.html
Die Ölfördermenge wird von den Förderkpazitäten, nicht von der Ölmenge bestimmt. Unelastisch ist das Angebot dann wenn die technischen Kapazitäten am Fördermaximum laufen, und deshalb kurzfristig eine Steigerung nicht möglich ist. Die Elastizität wird dadurch verbessert dass die technischen Förderkpazitäten erhöht werden, daran besteht aber kein Interesse, denn man möchte ja einen hohen Preis erzielen. Mit der verfügbaren Ölmenge und Rohstoffreichweiten hat das ganze überhaupt nichts zu tun.
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