Geschrumpftes Langohr Hasen-Ötzi in Südtirol gefunden

Ötzi, die berühmte Gletscherleiche aus den Alpen, bekommt vielleicht einen pelzigen Kollegen: In Südtirol wurde der geschrumpfte Kadaver eines Feldhasen entdeckt. Jetzt soll geklärt werden, ob das Tier aus Ötzis Zeiten stammt.


Mumifizierter Hase "Pfitschi": Genauso alt wie Ötzi?
Südtiroler Archäologiemuseum, www.iceman.it

Mumifizierter Hase "Pfitschi": Genauso alt wie Ötzi?

Scharen von Wissenschaftlern haben sich bereits an "Ötzi" versucht und dem Gletschermann zahlreiche Geheimnis entrissen. Jetzt können sich die Experten im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen auf ein neues Forschungsobjekt stürzen: einen Hasen.

Das mumifizierte, auf 35 Zentimeter geschrumpfte Langohr, wurde jetzt in 3000 Metern Höhe auf dem Hochferner bei Pfitsch in Südtirol gefunden, wie Medien vor Ort berichten. Eine erste Ähnlichkeit zu Ötzi gibt es bereits: Wie der in den Ötztaler Alpen entdeckte Gletschermann wurde auch der Hase nach seinem Fundort benannt: Er heißt Pfitschi.

Widersprüchliche Meldungen gibt es indes darüber, wer sich des Tieres annehmen soll. Die "Krone" und der ORF berichteten, der für Ötzi verantwortliche Pathologe Eduard Egarter Vigl werde höchstselbst mit wissenschaftlichen Methoden versuchen, das Alter des Hasen zu bestimmen.

Die "Tiroler Tageszeitung" meldete jedoch, Vigl habe dankend abgelehnt. Auf Tierkadaver, ließ der Forscher wissen, sei er nicht spezialisiert. Er habe das Ganze sogar für einen Witz gehalten.

Das Landesamt für Jagd und Fischerei soll jedoch entschieden haben, dass das Alter von Pfitschi gefälligst zu bestimmen sei. Schließlich gelte es zu klären, ob der Hase möglicherweise zur gleichen Zeit gelebt hat wie Ötzi - also vor rund 5300 Jahren.

Erste Erkenntnisse über Pfitschi soll es bereits geben: Die kräftigen Hinterläufe und ein im Maul erkennbarer Nagezahn ließen darauf schließen, dass es sich um einen Schneehasen handele, hieß es. Das engt die Kandidatenliste enorm ein, wie Walter Leitner der "Tiroler Tageszeitung" verriet: "In dieser Höhe", sagte der Chef des Instituts für Ur- und Frühgeschichte an der Uni Innsbruck, "gibt es nur Schnee- und Skihaserln."



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