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Blitze: Faszinierende Feuerfackeln

Foto: Jorge Silva/ REUTERS

Im Freien erwischt Wie verhalte ich mich bei Gewitter richtig?

Auf dem Zeltplatz, im Wald, auf dem Feld - wer im Freien von einem Gewitter überrascht wird, sollte wichtige Regeln beachten. Sonst besteht Lebensgefahr.

Heftige Unwetter ziehen im Sommer oft über das Land. Das ist gefährlicher, als viele denken. In Deutschland verletzen Blitze Schätzungen zufolge jährlich bis zu tausend Menschen, fünf sterben. Wenn möglich, sollte man bei einem nahenden Gewitter in einem Gebäude oder in einem Auto Schutz suchen. Geht das nicht, lässt sich die Gefahr mit dem richtigen Verhalten senken. Die wichtigsten Ratschläge für verschiedene Situationen.

Ab wann sollte man sich bei einem nahenden Gewitter in Acht nehmen?

Vorsicht ist spätestens geboten, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden liegen. Die Blitze sind dann nur noch gut drei Kilometer entfernt. Es bestehe Lebensgefahr, warnt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Achtung: Beobachtungen zufolge kann ein Blitz jedoch auch schon fünf Kilometer und mehr entfernt von seiner Ursprungswolke einschlagen.

Wer die Entfernung eines Unwetters ausrechnen möchte, kann - wie schon als Kind gelernt - erst die Sekunden zwischen Blitzschlag und Donner zählen und das Ergebnis dann durch drei Teilen. Das ergibt die Entfernung des Gewitters in Kilometern.

Das Gewitter naht. Kann ich nicht noch schnell mit dem Fahrrad nach Hause fahren?

Hier gibt es gleich zwei Probleme: Zum einen der mitunter große Abstand des Blitzes zu seiner Wolke. Zum anderen die Nähe zu einem Metallgegenstand. Deshalb: schnell absteigen und mindestens drei Meter Abstand vom Gefährt halten. Dasselbe gilt beim Motorrad.

Wir zelten gerade. Wie verhalte ich mich bei Blitz und Donner?

Normale Zelte sind bei Blitzeinschlägen nicht sicher, warnt der VDE. Gewittert es, sollte man das Zelt verlassen und einen möglichst geschützten Ort aufsuchen - ohne Regenschirm. Wie alle Metallgegenstände zieht er Blitze an.

Im Zelt zu bleiben, wäre unter anderem gefährlich, weil ein ins Gestänge einschlagender Blitz meist ungleichmäßig verteilt über die Zeltstangen in die Erde abfließt, warnt der ADAC . Dabei bilden sich um die Zeltstangen herum gefährliche sogenannte Spannungstrichter. Außerdem kann es zu einem Funkenüberschlag von der Zeltstange kommen und damit zu einem Stromfluss in den Körper.

Wer es nicht rechtzeitig aus dem Zelt schafft, sollte auf keinen Fall Zeltwand und Gestänge berührten und sich stattdessen möglichst in die Mitte des Zeltes setzen, rät der ADAC. Der blanke Boden ist ebenfalls gefährlich - besser ist eine trockene Luftmatratze als Untergrund.

Ich stehe im Wald. Bin ich hier sicher?

Blitze schlagen am höchsten Punkt einer Umgebung ein. Daher gelten einzelne Bäume, Baumgruppen und Waldränder als potenzielle Ziele. Im Inneren eines Waldes ist die Gefahr nach VDE-Angaben zwar geringer. Trotzdem lautet der Rat: Idealerweise sollte man zu allen Bäumen und Ästen mindestens zehn Meter Abstand halten.

Neben den Blitzen kann es im Wald zusätzlich gefährlich werden, wenn Äste durch den Regen oder Windböen abbrechen. Am besten ist es, sich nach Möglichkeit eine Hütte zu suchen - allerdings keine auf einer Anhöhe.

Das Gewitter erwischt mich auf freiem Feld. Wohin flüchte ich?

Wenn kein sicherer Unterschlupf in Sicht ist, sollte man sich eine flache Stelle oder eine Mulde im Gelände suchen, rät die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder". Am besten lagert man sich tiefer als das umgebende Gelände. In der Senke sollte man in die Hocke gehen, die Füße eng nebeneinander stellen und die Arme um die Knie legen.

Wichtig ist, sich auf keinen Fall während eines Gewitters unter Pfeiler, Masten und Antennen zu stellen. Zu Überlandleitungen hält man idealerweise einen Abstand von 50 Metern. Der VDE rät außerdem, sich auch von anderen Menschen mindestens drei Meter fernzuhalten.

irb/dpa

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