Gipfel in Durban Chinesen sparen sich konkrete Klimaziele

Eine Woche vor dem Uno-Klimagipfel in Durban bekräftigen die Chinesen, dass sie jede verbindliche Zusage zur Senkung ihres Treibhausgas-Ausstoßes ablehnen. Stattdessen pochen sie darauf, dass die Industrienationen im Kampf gegen den Klimawandel voranschreiten.
Kraftwerk in China: Prinzip der "gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung"

Kraftwerk in China: Prinzip der "gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung"

Foto: AP

Peking - Die chinesische Regierung halte an dem Prinzip der "gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung" im Kampf gegen den Klimawandel fest - so zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag Xie Zhenhua, den Leiter der chinesischen Delegation für den Uno-Klimagipfel im südafrikanischen Durban. Im Klartext bedeutet diese Formel, dass sich Schwellenländer wie China weiterhin nicht festlegen wollen, ihre Treibhausgas-Emissionen verbindlich zu senken.

Stattdessen wollen sich die Chinesen für eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls einsetzen. Der Vertrag nimmt die Industrienationen in die Pflicht, sieht für China und andere Schwellenländer aber bisher keine Einschränkungen vor. Das Kyoto-Abkommen wird 2012 auslaufen. Die Chancen auf eine Verlängerung stehen allerdings schlecht, denn mehrere Industrienationen fordern ihrerseits von den großen Schwellenländern eine verbindliche Festlegung zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes.

Xie sprach auf einer Pressekonferenz, auf der Chinas Staatsrat ein neues "Weißbuch" zum Klimawandel veröffentlichte. Darin fordern die Asiaten vor allem die Industrieländer auf, mehr im Kampf gegen die Erderwärmung zu unternehmen. Xie Zhenhua drängte die Industrienationen auch erneut, genügend Mittel für den Grünen Klimafonds bereitzustellen, der Entwicklungsländern bei der Umsetzung ihrer Klimapolitik helfen soll.

Auf der Uno-Klimakonferenz, die am 28. November im Durban beginnt und zwei Wochen dauert, sollen die Delegierten über Wege debattierten, diesen Fonds pro Jahr mit 100 Milliarden Dollar zu finanzieren. Falls manche Länder wegen ihrer Finanzkrisen Schwierigkeiten damit hätten, könnten sie "weniger zahlen, aber der Mechanismus sollte da sein", sagte Xie.

Während China sich gemeinsam mit zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern dafür einsetzt, dass Industrieländer die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel tragen, meldeten Länder wie Japan, Russland und Kanada bereits Widerstand an. Sie wollen, dass sich auch China und die USA an einer neuen Lösung beteiligen. Die USA waren 2001, noch vor dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls, aus dem Vertrag ausgetreten.

China hat die USA inzwischen als weltweit größter Treibhausgas-Produzent überholt. Allerdings ist der Pro-Kopf-Ausstoß in dem Land noch immer weit geringer als der in den USA, weshalb sowohl Peking als auch die Regierungen anderer Schwellenländer auf ihrem Recht beharren, der wirtschaftlichen Entwicklung Vorrang vor dem Umweltschutz zu geben.

wbr/dpa/AFP
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