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Schwere Erdbeben: Die Statistik der Katatstrophen

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Globale Statistik Gefahr schwerer Erdbeben bleibt konstant

Indonesien 2004, Chile 2010, Japan 2011 - verheerende Erdbeben mit Tausenden Todesopfern scheint es immer öfter zu geben. Doch der Eindruck trügt, wie eine statistische Analyse starker Beben seit dem Jahr 1900 jetzt ergeben hat.

Washington - Glaubt man der Versicherungsbranche, dann drohen der Welt immer größere Katastrophen. Dies deckt sich durchaus mit der subjektiven Wahrnehmung von Unglücken in den letzten zehn Jahren. Ende 2004 etwa erzeugte ein Seebeben vor Sumatra einen Tsunami, der mehr als 200.000 Menschen tötete. Im März 2011 lösten heftige Erdstöße vor Japans Küste eine Katastrophe mit Tausenden Toten und den schwersten Atomunfall nach Tschernobyl aus.

Einige Experten glauben, dass die Rate schwerer Beben auf der Erde zunehmen könnte. Dies haben Peter Shearer und Philip Stark von der University of California in San Diego und in Berkeley nun mit einer umfangreichen Statistik widerlegt. Die Forscher hatten sich aus den Archiven alle Erdbeben ab Stärke 7 herausgesucht, die es zwischen 1900 und 2011 gegeben hatte. Sie prüften dann mit verschiedenen statistischen Verfahren, ob die Verteilung einem zufälligen Muster entspricht.

Die Auswertung ergab, dass - global betrachtet - das Auftreten schwerer Erdbeben ab der Stärke 8 einer Zufallsverteilung entspricht. Seit 2004 habe es zwar mehrere Starkbeben gegeben, zu einer ähnlichen Häufung sei es aber auch im Zeitraum von 1950 bis 1965 gekommen. Zudem habe die Häufigkeit etwas kleinerer Beben nicht zugenommen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" . Es sei zudem bisher keine physikalische Erklärung denkbar, nach der es zwar zu einer Häufung starker, nicht aber zu einer Häufung schwächerer Beben komme.

Problematisch bei der statistischen Analyse sei, dass schwere Beben generell nur selten vorkommen. Seit 1900 habe es ganze 16 Erdbeben mit einer Stärke von 8,5 oder darüber gegeben, nur fünf hätten eine Stärke von über 9 erreicht. Sowohl das Japan-Beben von 2011 als auch das vor Sumatra 2004 fallen in diese Kategorie. Die Forscher weisen darauf hin, dass trotz des global nicht gestiegenen Risikos in einigen Regionen die Gefahr eines schweren Bebens erhöht scheint - etwa in Chile, Japan oder auf Sumatra.

hda/dpa
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