US-Westküste Forscher rätseln über mysteriöses Walsterben

An der amerikanischen Pazifikküste sind ungewöhnlich viele Grauwale tot aufgefunden worden. Wissenschaftler sehen zwei mögliche Gründe.

Ein toter Grauwal an der Küste Kaliforniens
Stephen Lam / REUTERS

Ein toter Grauwal an der Küste Kaliforniens


US-Experten sind über eine ungewöhnlich hohe Zahl toter Grauwale an der amerikanischen Westküste besorgt. Nach Angaben der Ozean- und Klimabehörde NOAA sind von Januar bis Ende Mai rund 70 Grauwale in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Washington und Alaska angespült worden.

Grauwale (Eschrichtius robustus) leben heute nur noch im Pazifik, wobei zwischen einer westpazifischen und einer ostpazifischen Population unterschieden wird. Die ostpazifische Population überwintert vor den Küsten von Kalifornien und Mexiko und verbringt den Sommer im nährstoffreichen Golf von Alaska. Ihr Bestand wird auf derzeit 27.000 Tiere geschätzt.

Die US-Behörde NOAA teilte mit, dass seit dem Jahr 2000 nicht mehr ein so großes Sterben der bis zu 15 Meter langen Tiere beobachtet wurde. An der Küste Kanadas wurden im gleichen Zeitraum um die fünf tote Grauwale entdeckt. Insgesamt ist dies vermutlich nur ein sehr kleiner Teil der verstorbenen Grauwale, da die meisten toten Wale einfach absinken oder in so abgelegenen Gegenden an Land spülen, dass sie nicht dokumentiert werden.

Nun will die NOAA die Ursachen für den "ungewöhnlichen Sterblichkeits-Vorfall" in diesem Jahr erforschen, hieß es. Zwei mögliche Todesursachen werden derzeit diskutiert:

  • Unterernährung
  • oder Zusammenstöße mit Schiffen.

Nach Angaben der Biologen befinden sich viele Wale in einem geschwächten Zustand, der mit einer schlechteren Nahrungsversorgung in den arktischen Gewässern zusammenhängen könnte. Grauwale ernähren sich von Flohkrebsen und anderen kleinen Meerestieren.

Die Wissenschaftler wollen unter anderem Auswirkungen der Meereserwärmung auf die Nahrungsversorgung prüfen. Grund für die letzte hohe Todeszahl 1999 und 2000 war der Nachrichtenagentur Reuters zufolge offenbar eine temporäre Ozeanerwärmung.

mal/dpa/AP/Reuters

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