Gravitationswellen Erneut Fusion Schwarzer Löcher nachgewiesen

Zum fünften Mal haben Forscher die Signale von zwei verschmelzenden Schwarzen Löchern aufgefangen. Das Paar war besonders leicht.

Visualisierung der Fusion zweier Schwarzer Löcher (Archivbild)
S. Ossokine / A. Buonanno / Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / W. Benger / Airborne Hydro Mapping GmbH / dpa

Visualisierung der Fusion zweier Schwarzer Löcher (Archivbild)


Die kosmische Kollision ereignete sich rund eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt. Dabei stürzten zwei Schwarze Löcher ineinander, die die 12- beziehungsweise die 7-fache Masse unserer Sonne hatten. Das berichten Forscher der Detektoren "Ligo" und "Virgo" in einer Vorabveröffentlichung, die als Fachartikel in den "Astrophysical Journal Letters" erscheinen wird.

Das Ereignis wurde am 8. Juni 2017 um 04:01 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit beobachtet und bekam den offiziellen Namen GW170608. Es handelt sich um das bislang leichteste beobachtete Doppelsystem Schwarzer Löcher. Die Forscher gehen davon aus, dass die Schwarzen Löcher aus einer jüngeren Sterngeneration stammen könnten und über einen vergleichsweise hohen Anteil an schwereren Elementen verfügten.

Gravitationswellen entstehen, wenn Massen beschleunigt werden. Diese Störungen der Raumzeit breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Sie fallen aber nur sehr schwach aus und sind deswegen schwer nachzuweisen.

Im Video: Warum Gravitationswellen so faszinierend sind

SPIEGEL ONLINE/Nasa

Bisher waren vier Gravitationswellen-Ereignisse beobachtet worden, die auf die Fusion Schwarzer Löcher zurückgehen:

  • GW150914 (beobachtet: 14. September 2015, bekannt gegeben: 11. Februar 2016)
  • GW151226 (beobachtet: 26. Dezember 2015, bekannt gegeben: 15. Juni 2016)
  • GW170104 (beobachtet: 4. Januar 2017, bekannt gegeben: 1. Juni 2017)
  • GW170814 (beobachtet: 14. August 2017, bekannt gegeben: 27. September 2017)

Dazu kommt ein weiteres Ereignis, das die Forscher besonders faszinierte. In diesem Fall war die Verschmelzung zweier Neutronensterne erstmals nachgewiesen worden - und nicht nur das: Die kosmische Katastrophe konnten nicht nur über die Gravitationswellen mit den entsprechenden Detektoren beobachtet werden, sondern auch als elektromagnetische Strahlung mit Dutzenden Observatorien auf der Erde und im All.

  • GW170817 (beobachtet: 17. August 2017, bekannt gegeben: 16. Oktober 2017)

Für die Entdeckung der bereits von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen hatte es in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis gegeben. Die Auszeichnung ging an die drei US-Physiker Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish. Allein im Team des Gravitationswellendetektors "Ligo" gibt es allerdings mehr als 1000 Forscher.

chs



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