Studie zum Great Barrier Reef 2016 starb knapp ein Drittel der Korallen

Wissenschaftler haben neue Erkenntnisse zum "Massensterben" am Great Barrier Reef vorgestellt: Demnach wurden 2016 durch hohe Wassertemperaturen 30 Prozent der Korallen zerstört - und zwar schneller als befürchtet.
Korallensterben am Great Barrier Reef (Mai 2016)

Korallensterben am Great Barrier Reef (Mai 2016)

Foto: DPA / XL Catlin Seaview Survey

Das Ausmaß und die Schwere des Korallensterbens am Great Barrier Reef vor der australischen Küste erstaunte selbst die Wissenschaftler: Laut einer neuen Studie wurden zwischen März und November 2016 insgesamt 30 Prozent der Korallen zerstört.

Die Studie wurde von Terry Hughes und 15 seiner Kollegen erstellt und in der Fachzeitschrift "Nature"  publiziert. Hughes leitet das Institut für Korallenforschung an der James-Cook-Universität. Dem "Guardian"  in Australien sagte er nun, die Folgen der hohen Wassertemperaturen von 2016 seien weitaus schlimmer gewesen als bei früheren Hitzeperioden. In der Studie finden sich Begriffe wie "katastrophal", "Massensterben" oder "beispiellos".

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Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe, was zum Tod der Korallen führen kann - aber nicht muss. Viele Algen kommen zurück, wenn das Wasser wieder kühler wird. Laut Hughes war das 2016 am Great Barrier Reef aber häufig nicht der Fall: "Wir haben von März bis November 2016 im gesamten Great Barrier Reef durchschnittlich 30 Prozent der Korallen verloren."

Besonders schlimm betroffen war der Studie zufolge das nördliche Drittel des insgesamt rund 2300 Kilometer langen Great Barrier Reefs. Das größte Korallenriff der Erde liegt vor der Nordostküste Australiens und gehört zum Weltnaturerbe.

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Hughes sagte dem "Guardian", sein Team sei überrascht gewesen, wie schnell das Korallensterben vorangeschritten sei. Man sei bisher davon ausgegangen, dass Korallen nach dem Ausbleichen langsam sterben würden. "Aber das ist nicht, was wir gesehen haben. Wir waren überrascht, dass etwa die Hälfte des Sterbens, das wir gemessen haben, sehr schnell geschehen ist."

Durch den Verlust eines so großen Teils der Korallen habe sich vermutlich ein Großteil des Riffs "für immer" verändert. Nun müsse es darum gehen, die noch lebendigen Korallen zu schützen, sagte Hughes. "Die, die überlebt haben, sind die besonders starken."

Weltweit arbeiten Forscher an Techniken, um beschädigte Korallenriffe zumindest teilweise wiederherstellen zu können. Am Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie etwa züchten Biologen besonders widerstandsfähige Exemplare. Sie haben herausgefunden, dass die nördlichen Korallen aus dem Roten Meer womöglich mehr Stress aushalten, als ihre Artgenossen am Äquator und in südlicheren Regionen.

Anfang dieses Jahres hat die Regierung in Canberra in einer offenen weltweiten Ausschreibung umgerechnet 1,3 Millionen Euro zur Rettung der Korallen im Great Barrier Reef angeboten. Man erhoffe sich "innovative Lösungen" zum Schutz der Korallen und für die Genesung beschädigter Riffe.

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