Great Barrier Reef Behördenbericht soll Status als Weltnaturerbe retten

Australien hofft, dass das Great Barrier Reef seinen Status als Weltnaturerbe nun behalten kann. Die Qualität des Wassers habe sich verbessert, melden Behörden. Doch sie ignorieren einen wichtigen Aspekt.

Great Barrier Reef: Weltnaturerbe in Gefahr
Corbis

Great Barrier Reef: Weltnaturerbe in Gefahr


Die Wasserqualität am weltberühmten Great Barrier Reef hat sich nach Angaben der australischen Behörden verbessert. Der Umweltminister des Bundesstaates Queensland, Andrew Powell, legte am Donnerstag einen Bericht vor, der die seit 2009 ergriffenen Schutzmaßnahmen für das Korallenriff auflistet. Weil seitdem weniger Schadstoffe ins Meerwasser gelangt seien, werde sich der Zustand des Riffs verbessern, sagte Powell.

Die Einleitung von Pestiziden aus der Landwirtschaft sei seit 2009 um 28 Prozent zurückgegangen, erklärte der Minister. Außerdem seien 16 Prozent weniger Stickstoff ins Meer gespült worden. Stickstoff und andere Düngemittel sind für das Riff besonders gefährlich, weil sie zu einer Vermehrung des Dornenkronenseesterns beitragen, der sich von Korallen ernährt.

Umstrittene Hafenprojekte außer Acht gelassen

Hintergrund des Berichts ist, dass die Unesco gedroht hatte, das Great Barrier Reef nicht weiter als Weltnaturerbe anzuerkennen. Im Juni 2013 forderte die Organisation Australien auf, darzulegen, wie das seit 1981 als Welterbe anerkannte Riff geschützt werden könne. Über den zukünftigen Status des Riffs berät das Unesco-Welterbekomitee Ende Juni 2014 in Doha.

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Great Barrier Reef: Sorge ums Weltnaturerbe
In dem Bericht, den die australische Regierung bei der Konferenz vorlegen will, geht es allerdings nur um die Wasserqualität und nicht um ebenfalls umstrittene Hafenprojekte am Great Barrier Reef - diese Aspekte ignoriert der Behördenbericht: Erst im Dezember hatte die australische Regierung den Ausbau des Kohlehafens Abbot Point genehmigt. Drei Millionen Kubikmeter Sand müssten dafür in den Gewässern nahe des Korallenriffs ausgebaggert werden. Umweltschützer sehen in den Plänen eine Gefahr für das Riff.

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens bedeckt eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratkilometern. Es ist ein bedeutendes Touristenziel, aber durch Umweltverschmutzung und den Klimawandel stark bedroht. In den vergangenen 30 Jahren verlor es Wissenschaftlern zufolge mehr als die Hälfte seiner Korallen.

jme/AFP/dpa

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berney 12.06.2014
1. Man
kann nicht jahrzehntelang Raubbau an der Natur betreiben und sich nachher beschweren. Der Fokus sollte auf die wirklich unberührten und seltenen Naturschönheiten gelegt werden.
denkmal! 13.06.2014
2. .
In wenig Distanz liegt das ZWEITgroesste Riff der Erde, das Saumriff um Neukaledonien. Gleicher Breitengrad, gleicher Ozean, aber in wesentlich besserem Zustand, als das GBR. Warum? Die globale Erwaermung kanns nicht sein... Eine billige Ausrede der Australischen Politiker. Hauptursache ist der Zuckerrohranbau entlang dem Riff, gefolgt von einer Truebung des Meeres. Und Pestizide etc. Plus bald noch mehr Schiffahrt.... Wer intakte Riffe finden will, meide Australien und fliege noch eine Stunde laengeer nach Neukaledonien, wo auch das Essen besser ist...
mcvitus 13.06.2014
3. Ein Gutachten soll's richten?
Erzählen Sie das mal dem Rest des kränkelnden Riffs. Offensichtlich geht es hierbei gar nicht um das Riff sondern wie so oft nur um ein Geschäftsmodell. Was ich vermisse ist der Respekt vor der Natur im allgemeinen und unseren Mitgeschöpfen im besonderen. Ich zitiere aus dem aktuellen Werbeprospekt eines Discounter: 100g Hackfleisch für 39 cent. Das sagt doch alles.
Utx 16.06.2014
4.
Zitat von denkmal!In wenig Distanz liegt das ZWEITgroesste Riff der Erde, das Saumriff um Neukaledonien. Gleicher Breitengrad, gleicher Ozean, aber in wesentlich besserem Zustand, als das GBR. Warum? Die globale Erwaermung kanns nicht sein... Eine billige Ausrede der Australischen Politiker. Hauptursache ist der Zuckerrohranbau entlang dem Riff, gefolgt von einer Truebung des Meeres. Und Pestizide etc. Plus bald noch mehr Schiffahrt.... Wer intakte Riffe finden will, meide Australien und fliege noch eine Stunde laengeer nach Neukaledonien, wo auch das Essen besser ist...
Von der Korallenbleiche, welche durch die globale Klimaerwärmung ausgelöst wird, ist das New Caledonia Barrier Reef genauso betroffen, wie das australische Great Barrier Reef. Dass der Zuckerrohranbau (zusammen mit der globalen Klimaerwärmung) zu den Problemen führt, geben die australischen (bzw. Queenslander) Politiker durchaus zu.
hartwig2 17.06.2014
5.
Zitat von UtxVon der Korallenbleiche, welche durch die globale Klimaerwärmung ausgelöst wird, ist das New Caledonia Barrier Reef genauso betroffen, wie das australische Great Barrier Reef. Dass der Zuckerrohranbau (zusammen mit der globalen Klimaerwärmung) zu den Problemen führt, geben die australischen (bzw. Queenslander) Politiker durchaus zu.
Man muss sich zwischendurch mal entscheiden. Entweder wärmere Ozeane binden weniger CO² - womit eine Übersäuerung der Meere nicht geschehen kann, oder das Meer, egal welch Temperatur, bindet doch das anthropogene CO², denn wäre aber keine Steigerung in der Athmosphäre festzustellen.
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