SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

14. September 2016, 15:40 Uhr

Grönland

Wärme sprengt Gletscher

Die Wärme in Grönland hat dramatische Folgen. Von einem Gletscher ist ein riesiges Stück abgebrochen - es ist so groß wie Mainz.

Auch in Grönland war es in diesem Sommer ungewöhnlich warm. Im Sommer sei es durchschnittlich 2,3 Grad wärmer gewesen als in den letzten 35 Jahren, teilte das dänische Meteorologische Institut (DMI) mit.

"Diese neuen Messungen zeigen uns, dass sich die Tendenz von höheren Temperaturen in der Arktis fortsetzt", sagte der Meteorologe John Cappelen. "Das bedeutet, dass das Gletschereis weiter schmilzt und nicht nur einen steigenden Wasserstand, sondern auch kräftigere Stürme zur Folge haben wird."

Der Forscher Jason Box sagte der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, wegen der Wärme sei eine 95 Quadratkilometer große Eisscholle von einem Gletscher in der Nordostecke des Landes abgebrochen, die Fläche entspricht der der Stadt Mainz.

Das Video zeigt den Abbruch:

Erst im Frühjahr hatten Wetterforscher einen Rekord gemeldet: eine ungewöhnlich frühe Eisschmelze auf Grönland. Mitte April wurde auf fast zwölf Prozent der grönländischen Eisdecke mehr als ein Millimeter Schmelze gemessen - und die höchsten Apriltemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen.

Eine Eisschmelze auf über zehn Prozent der Fläche hatten die Forscher bislang frühestens Anfang Mai gemessen. Das teilautonome Grönland, das zum dänischen Königreich gehört, ist mit seinen 2800 Kilometern von Nord nach Süd und 1000 Kilometern von West nach Ost die größte Insel der Welt. Es ist zu 85 Prozent von Eis bedeckt.

boj/dpa

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung