Grönland Wärme sprengt Gletscher

Die Wärme in Grönland hat dramatische Folgen. Von einem Gletscher ist ein riesiges Stück abgebrochen - es ist so groß wie Mainz.


Vier Satellitenfotos zeigen den allmählichen Abbruch: Sie stammen vom 20. August 2013 (l.o.), 22. Juli 2014 (r.o), 14. August 2015 (l.u.) und 3. September2016
DPA/ USGS Landsat 8/ Karina Hansen/ Jason E.Box

Vier Satellitenfotos zeigen den allmählichen Abbruch: Sie stammen vom 20. August 2013 (l.o.), 22. Juli 2014 (r.o), 14. August 2015 (l.u.) und 3. September2016

Auch in Grönland war es in diesem Sommer ungewöhnlich warm. Im Sommer sei es durchschnittlich 2,3 Grad wärmer gewesen als in den letzten 35 Jahren, teilte das dänische Meteorologische Institut (DMI) mit.

"Diese neuen Messungen zeigen uns, dass sich die Tendenz von höheren Temperaturen in der Arktis fortsetzt", sagte der Meteorologe John Cappelen. "Das bedeutet, dass das Gletschereis weiter schmilzt und nicht nur einen steigenden Wasserstand, sondern auch kräftigere Stürme zur Folge haben wird."

Der Forscher Jason Box sagte der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, wegen der Wärme sei eine 95 Quadratkilometer große Eisscholle von einem Gletscher in der Nordostecke des Landes abgebrochen, die Fläche entspricht der der Stadt Mainz.

Das Video zeigt den Abbruch:

Erst im Frühjahr hatten Wetterforscher einen Rekord gemeldet: eine ungewöhnlich frühe Eisschmelze auf Grönland. Mitte April wurde auf fast zwölf Prozent der grönländischen Eisdecke mehr als ein Millimeter Schmelze gemessen - und die höchsten Apriltemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen.

Eine Eisschmelze auf über zehn Prozent der Fläche hatten die Forscher bislang frühestens Anfang Mai gemessen. Das teilautonome Grönland, das zum dänischen Königreich gehört, ist mit seinen 2800 Kilometern von Nord nach Süd und 1000 Kilometern von West nach Ost die größte Insel der Welt. Es ist zu 85 Prozent von Eis bedeckt.

Schwarzes Eis

boj/dpa



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Freund_Fettsack 14.09.2016
1. Eins versteh ich dabei aber nicht!
Es wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
hru 14.09.2016
2. Ich bin ja nicht sicher...
ob solche Artikel der Sache dienen. Das es wärmer am Pol ist und dass das Eis schmilzt will ich ja nicht in Frage stellen, aber ob der Vorgang oben damit was zu tun hat? Was man in den Photos deutlich sehen kann, ist dass das Eis genau an der gleichen Stelle schon einmal gebrochen ist (2012?), dann wieder zugefroren und zugeschneit. Jetzt ist es ein Stückchen weiter an der gleichen Stelle über Grund wieder gebrochen. Und? Hat es da vielleicht eine Kante? Ich finde es eigentlich eher erstaunlich wie wenig das Eis abschmilzt. Die Vorderkante ist unverändert über 3 Jahre und hat sich sogar etwas weiter herausgeschoben. Warum auch immer.
febra 14.09.2016
3. unter Wasser
Das Problem bei den Schellen ist doch wohl eher, dass sie unten durch zu warmes Wasser ausgehöhlt oder dünner werden. Dann bricht das Ganze irgendwann ab. Da hilft dann auch kein neuer Schnee im Winter mehr.
hubert heiser 14.09.2016
4.
Zitat von Freund_FettsackEs wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Es ist schon ein Statistiker in einem durchschnittlich 50cm tiefen Tümpel ertrunken. :-) a) Es geht im Artikel um Gönland mit einer großen Menge Inlandseis. Die Temperaturen dort sind *deutlich* höher als in der Antarktis. b) In der Antarktis schmilzt hauptsächlich Schelfeis an der Küste. Dadurch wird der Widerstand für die Inlandsgletscher geringer, so dass sich schneller fließen können. In der Folge kann auch in der Antarktis der Eisverlust dramatisch werden.
reuanmuc 14.09.2016
5.
Zitat von Freund_FettsackEs wird von einer überproportionalen Erwärmung der Polregionen gesprochen. Gut, lassen wir es mal acht Grad sein (find ich viel). Wenn man sich Folgendes vor Augen führt (hier am Beispiel der Antarktis): "Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter." (Quelle: Umwelbundesamt) würde das im Jahresdurchschnitt immer noch MINUS 47 Grad bedeuten. Wie sollen aber bei so einer Temperatur alle Gletscher schmelzen? Oder wird da in der Tat dramatisiert? Spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?
Der höchste Berg der Antarktis ist so hoch wie der Mt. Blanc. Es ist also ein Unterschied, ob man Gletscher an der Meeresküste oder im Bergland der inneren Antarktis betrachtet. Am Nordpol dagegen gibt es keine Berge, nicht mal Land, während Grönland immerhin bis fast 3700m Höhe reicht und die Eisdecke bis zu 3400m dick ist. Ohne Eis wäre Grönland kein zusammenhängender Block, sondern ein Inselreich.
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