Großbritannien Fischhändler schmuggelte 60-Millionen-Euro-Aale

Der Europäische Aal ist vom Aussterben bedroht, aber in Asien eine Delikatesse. Illegaler Handel bringt viel Geld ein. Ein Schmuggler stand nun in Großbritannien vor Gericht.
Die jungen Aale werden in Asien gemästet und zu hohen Preisen verkauft

Die jungen Aale werden in Asien gemästet und zu hohen Preisen verkauft

Foto: Nick Upton/ Nature Picture Library/ imago images

Ein Fischhändler ist in Großbritannien zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er Aale im Wert von 54 Millionen Pfund, umgerechnet fast 62,5 Millionen Euro, außer Landes schmuggelte.

Der Mann transportierte die lebenden Tiere zwischen 2015 und 2017 von London nach Hongkong, versteckt unter gekühltem Fisch. 16-mal soll der Mann Aale auf diese Weise nach Hongkong gebracht haben, berichtet BBC . Auf dem asiatischen Markt waren die Tiere Millionen wert.

Laut Gericht ist ein solcher Fall in Großbritannien bisher einzigartig. Grenzkontrolleure hatten die Aale bei einem der Transporte entdeckt. Sie beschlagnahmten 200 Kilogramm Glasaale, wie die Jungtiere genannt werden. Die Fische sind sehr begehrt. Am Frankfurter Flughafen wurde 2018 der Schmuggel Hunderttausender Tiere verhindert.

300 Millionen Aale geschmuggelt

Der Europäische Aal ist vom Aussterben bedroht. Trotz eines Handelsverbots wird er aber weiterhin in Hongkong verkauft, zeigt eine aktuelle Studie im Fachblatt "Science Advance" . In Supermärkten fanden Forscher die bedrohte Spezies in fast der Hälfte aller angebotenen Aal-Produkte.

Die Tiere leben in Flusssystemen vor allem von Europa, aber auch in Kleinasien und Nordafrika. Zur Fortpflanzung zieht er aus den Flüssen durch den Atlantik in die Sargassosee. Von dort wandern später die Larven wieder zurück in die Flusssysteme. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt die Art in der höchsten Gefährdungskategorie als vom Aussterben bedroht. Zu den Gefahren zählen die Zerstörung des Lebensraums, Wasserverschmutzung, Hindernisse in Flüssen wie etwa Kraftwerke und Überfischung.

Seit Jahren ist der internationale Handel mit dem Europäischen Aal durch das Cites-Abkommen streng reglementiert. Dennoch werden in der Wildnis gefangene Glasaale nach Asien gebracht, wo sie gemästet und zu extrem hohen Preisen verkauft werden. Europol schätzt, dass allein in der Saison 2017/18 etwa 300 Millionen Aale von Europa nach Asien geschmuggelt wurden.

koe/dpa