Pünktlich zum Gipfel Großbritannien verschärft Klimaziele

78 Prozent weniger Emissionen bis zum Jahr 2035: Der britische Premierminister Boris Johnson hat ehrgeizige Ziele im Klimaschutz gesteckt – deutlich ehrgeizigere als die, mit denen die EU plant.
Grüne Zone in London: Noch in dieser Woche hat US-Präsident Joe Biden zum Klimagipfel geladen

Grüne Zone in London: Noch in dieser Woche hat US-Präsident Joe Biden zum Klimagipfel geladen

Foto: Matt Cardy / Getty Images

Die britische Regierung will ihre Bemühungen im Kampf gegen die Klimakrise noch einmal verstärken. Wie Premierminister Boris Johnson mitteilte, soll der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2035 um 78 Prozent im Vergleich zum Niveau von 1990 reduziert werden.

Das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, könne damit bereits bis 2037 zu zwei Dritteln erreicht werden. Erstmals sei dabei auch der britische Anteil am globalen Flug- und Schiffsverkehr einberechnet worden, hieß es in einer Mitteilung des britischen Umweltministeriums.

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»Wir wollen die Messlatte im Kampf gegen den Klimawandel weiter anheben«, sagte Johnson. Es handle sich um »das weltweit ambitionierteste Ziel für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen« und solle auch gesetzlich verankert werden.

Nach Ansicht von Experten ist dafür ein erheblicher Wandel im täglichen Energiekonsum der Briten erforderlich. Mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen, mehr Windkraft und Verzicht auf Fleisch- und Milchprodukte seien dazu notwendig. Die oppositionelle Labourpartei kritisierte, Johnson habe in der Vergangenheit bereits mehrfach Ankündigungen gemacht, die aber nicht in die Tat umgesetzt worden seien.

Der Vorstoß aus London kommt nur wenige Tage vor einem Onlineklimagipfel, zu dem US-Präsident Joe Biden in dieser Woche geladen hat. Bis dahin wollen sich auch die EU-Staaten auf ein Klimagesetz einigen.

Bisher hat die EU sich dazu verpflichtet, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent zu senken, verglichen mit 1990. Das Parlament hat sich dagegen für ein ehrgeizigeres Ziel von 60 Prozent ausgesprochen. Der Rat einigte sich im Dezember nach langem Streit dagegen auf ein Ziel von 55 Prozent. Der Vorstoß aus Großbritannien dürfte – auch angesichts des Brexits – den Druck für ein ehrgeizigeres Klimaziel erhöhen. Im November soll im schottischen Glasgow die 26. Uno-Klimakonferenz stattfinden.

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