Staatliche Daten Wärmster Jahreswechsel in Großbritannien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Dieser Jahreswechsel fühlte sich mehr nach Frühling als nach Winter an. In Großbritannien herrschten Temperaturen von über 16 Grad. So warm war es dort noch nie an Silvester und Neujahr.
Temperaturen um die 16 Grad: Menschen blicken am 1. Januar im englischen Southend-on-Sea auf das Meer

Temperaturen um die 16 Grad: Menschen blicken am 1. Januar im englischen Southend-on-Sea auf das Meer

Foto: John Keeble / Getty Images

Großbritannien ist bei milden Temperaturen ins neue Jahr gestartet und hat den wärmsten Jahreswechsel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Im Londoner St.-James-Park kletterte das Thermometer am ersten Tag des neuen Jahres laut staatlichem Wetterdienst auf 16,2 Grad. Bislang hatte der Neujahrs-Höchstwert bei 15,6 Grad gelegen, gemessen 1916 in Cornwall.

An Silvester waren im englischen Coningsby in der Grafschaft Lincolnshire 15,3 Grad gemessen worden. »Das heißt, dass es das wärmste Silvester ist, das jemals in Großbritannien registriert wurde«, teilte die Wetterbehörde im Onlinedienst Twitter mit. Der vorherige Rekord war am Silvestertag 2011 im walisischen Colwyn Bay gemessen worden. Damals war es dort 14,8 Grad warm.

Auch an anderen Orten Großbritanniens war es so warm wie nie zuvor an Silvester. Das Londoner Somerset House musste auf Anordnung der Behörden seine Eislaufbahn schließen, da die milden Temperaturen die Tragfähigkeit des Eises beeinträchtigten.

Die hohen Temperaturen würden durch einen »Strom warmer, feuchter Luft von den kanarischen Inseln« verursacht, teilte der britische Wetterdienst mit. Aus dem Norden einströmende kältere Luft werde Mitte der Woche für einen Temperatureinbruch sorgen.

Für das gesamte vergangene Jahr zog Mike Kenden vom Nationalen Klimainformationszentrum in einer Mitteilung des Wetterdienstes die Bilanz, dass es in Großbritannien »leicht wärmer und leicht trockener als im Durchschnitt« gewesen sei. 2021 werde voraussichtlich in die Liste der 20 wärmsten Jahre im Vereinigten Königreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1884 aufgenommen. »Unser Klima erwärmt sich«, stellte der Experte fest.

Auch in Deutschland zu hohe Temperaturen

In Deutschland war 2021 laut einer Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD)  das elfte zu warme Jahr in Folge. Die Durchschnittstemperatur lag demnach mit 9,1 Grad Celsius um 0,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Die Weltwetterorganisation (WMO) hatte Ende Oktober in einem vorläufigen Bericht mitgeteilt, dass die Jahre von 2015 bis 2021 aller Voraussicht nach die bislang heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen seien. Demnach wird 2021 voraussichtlich das fünft- bis siebtwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein, weil das Wetterereignis La Niña zu Beginn des Jahres einen Kühleffekt hatte.

kah/AFP
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