Dinosaurier Knochenvergleich bestätigt Gigantismus-Theorie

Waren Dinosaurier dazu bestimmt, immer größer zu werden? Zumindest für einige der Ur-Echsen trifft das zu, wie eine neue Knochenuntersuchung zeigt. Doch manche Saurier hatten offenbar auch ein Größenlimit.
Sauropode (Zeichnung): Bis zu 50 Tonnen schwer waren die Riesenechsen

Sauropode (Zeichnung): Bis zu 50 Tonnen schwer waren die Riesenechsen

Foto: AP/ AAAS/ Science/ Carin L. Cain

Berlin - Der Gigantismus bei Dinosauriern lässt Forscher rätseln. Wie kam es, dass Sauropoden, jene langhalsigen Pflanzenfresser, zu 50-Tonnen-Kolossen heranwachsen konnten? Konnten diese Tiere überhaupt genug Nahrung aufnehmen, um ihren riesigen Organismus versorgen zu können?

Der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope hatte bereits im 19. Jahrhundert die Theorie entwickelt, dass Lebewesen im Laufe der Evolution tendenziell immer größer werden. Gene Hunt vom National Museum of Natural History in Washington hat diese Hypothese nun für verschiedene Saurierarten untersucht. Das Ergebnis: Für einige Echsen trifft sie zu, aber längst nicht für alle.

"Lange dachte man, Dinosaurier wären ein Beispiel für Copes Gesetz", sagte Hunt am Sonntag auf einen Treffen der Geological Socienty of America  in Charlotte (North Carolina). Auch bei anderen Tieren, insbesondere den Säugetieren, gebe es Belege für Copes Theorie.

In ihrer Dinosaurier-Studie untersuchten Hunt und seine Kollegen die Entwicklung der Oberschenkelknochen verschiedener Saurier. Mit einem statistischen Modell fahndeten die Forscher nach Trends und nach womöglich bestehenden Größenlimits.

T-rex hatte Größenlimit

Tatsächlich zeigte sich bei einigen Dino-Arten ein Trend zur Größenzunahme. Es gab im Laufe der Jahrmillionen ein Auf und Ab bei der Knochenlänge, aber der Trend zeigte nach oben. Beispiele dafür sind die vierbeinigen Ceratopsidae mit dem charakteristische Hörnern auf der Nase und die zweibeinigen Hadrosaurier, die sich von Pflanzen ernährten. Bei einigen Sauriern gebe es ein Größenlimit, berichtete Hunt, beispielsweise bei den Theropoden, zu denen auch der furchteinflößende Fleischfresser Tyrannosaurus rex gehört.

Bei den zweibeinigen Ornithopoden und den vierbeinigen Sauropoden habe die statistische Analyse hingegen keine Hinweise auf ein Größenlimit geliefert. Sauropoden zählen zu den größten Lebewesen, die je auf der Erde gelebt haben. Ihre Skelette gehören zu den spektakulärsten Exponaten in Naturkundemuseen.

Warum Copes Gesetz zumindest für einige Tierarten zutrifft, bleibt nach Hunts Aussage weiterhin unklar. Viele Forscher glaubten, "größer ist besser", weil ein Tier dann keine leichte Beute mehr für Raubtieren sei, sagt er. Doch so einfach sei die Sache nicht, wie der Knochenvergleich bei Sauriern gezeigt habe.

Auch wenn die statistische Analyse gegen ein Größenlimit der gigantischen Sauropoden spricht, dürfte es zumindest ein physikalisches Limit gegeben haben. Um Blut vom Herzen zehn Meter nach oben bis zum Kopf zu pumpen, war ein sehr hoher Blutdruck erforderlich. Die Tiere konnten dies wahrscheinlich nur schaffen, weil sie extrem kräftige Herzen hatten.

hda
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