Welterbe Grube Messel Ältester fossiler Python in Südhessen entdeckt

Pythons zählen heute zu den größten Schlangen der Welt und leben in Afrika, Asien und Australien. Eine Entdeckung in der Nähe von Darmstadt deutet nun jedoch auf den Ursprung in Europa hin.
Versteinerter Python: Wo entwickelten sich die Schlangen zum ersten Mal?

Versteinerter Python: Wo entwickelten sich die Schlangen zum ersten Mal?

Foto: Senckenberg Forschungsinstitut / dpa

Im Unesco-Welterbe Grube Messel  in Südhessen sind die ältesten bekannten Fossilien einer Pythonart entdeckt worden. Forschern der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung  in Frankfurt am Main und der Universität im brasilianischen São Paulo zufolge lebten die Schlangen vor rund 47 Millionen Jahren und wurden nun erstmals genauer beschrieben.

Der Fund der etwa ein Meter langen, nahezu vollständig erhaltenen versteinerten Skelette lasse den Ursprung der Riesenschlangen in Europa vermuten, teilte die Senckenberg Gesellschaft am Mittwoch mit . Pythons zählen heute mit einer Länge von bis zu sechs Metern zu den größten Schlangen der Welt und leben vorwiegend in Afrika, Süd- und Südostasien sowie in Australien.

Kopf eines fossilen Pythons: Zusammenleben mit anatomisch ähnlichen Verwandten

Kopf eines fossilen Pythons: Zusammenleben mit anatomisch ähnlichen Verwandten

Foto: Senckenberg / dpa

Anders als heute habe der Urpython mit seinen anatomisch sehr ähnlichen Verwandten, den Boaschlangen, in einem Ökosystem zusammengelebt. Die These, dass beide Schlangenfamilien miteinander konkurrieren würden, müsse daher überdacht werden.

»Zur Zeit des Eozäns, also vor etwa 47 Millionen Jahren, gab es diese Schlangen demnach schon in Europa. Unsere Analysen zeigen, dass sie sich auch hier entwickelt haben«, sagte der Frankfurter Paläontologe Krister Smith.

»Fenster zur Urzeit«

Benannt ist die neue Pythonart »Messelopython freyi« nach dem Fundort und dem Paläontologen Eberhard Frey vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe. Frey habe nicht umsonst den Spitznamen »Dino« und sei durch seine präzisen Studien zu fossilen Reptilien weltweit bekannt. Mit der Namensgebung wolle man seine Leistungen auf dem Feld der Paläontologie ehren, teilte die Senckenberg Gesellschaft mit.

Das von der deutschen Unesco-Kommission als »Fenster zur Urzeit« bezeichnete Areal Grube Messel ist seit 25 Jahren Welterbe. Die in den Ölschiefer eingepressten und konservierten Funde zeigen, wie die Welt vor Millionen Jahren in der damals tropischen Region aussah.

Mit mittlerweile mehreren Zehntausend Fossilienfunden können Wissenschaftler ein relativ genaues Bild der damaligen Lebenswelt und des Klimas zeichnen. Unter anderem wurden hier ein Urpferd sowie ein Lemuren-ähnlicher Primat aus dem Eozän gefunden (eine Fotostrecke besonders gut erhaltener Fossilien aus Messel finden Sie hier).

jme/dap
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