H5N8-Viren Vogelgrippe am Bodensee nachgewiesen

Erst in Schleswig-Holstein, jetzt am Bodensee: Eine für Tiere gefährliche Form der Vogelgrippe ist in Deutschland ausgebrochen. Auch aus Nachbarländern werden Fälle gemeldet.

Enten am Bodensee
DPA

Enten am Bodensee


Auch bei Wildvögeln am Bodensee ist die gefährliche Variante der Vogelgrippe vom Typ H5N8 festgestellt worden. Nach Angaben des Agrarministeriums in Baden-Württemberg hat das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut für Tierseuchen die Verdachtsfälle bestätigt.

Der Vogelgrippe-Erreger H5N8 ist wahrscheinlich nicht auf den Menschen übertragbar; Infektionen von Menschen sind nicht bekannt. Das unterscheidet ihn von H5N1-Viren, die ebenfalls die Geflügelpest auslösen - und auch für Menschen gefährlich sind.

An Infektionen von H5N1 waren nach den mehrfachen Ausbrüchen der Krankheit ab 1997 mehrere hundert Menschen weltweit gestorben. Die meisten Todesopfer gab es in Ägypten, Indonesien und Vietnam.

Am Dienstag war H5N8 bereits in Schleswig-Holstein festgestellt worden. Dort gilt im ganzen Bundesland eine Stallpflicht für sämtliches Geflügel.

Auch aus Polen, Kroatien und Ungarn wurden Vogelgrippe-Fälle gemeldet. Unklar ist allerdings noch, ob es einen Zusammenhang zwischen allen Ausbrüchen gibt und es sich um die gleiche Virusvariante handelt.

Nahe Konstanz am westlichen Bodenseeufer waren nach Angaben des Ministeriums mehr als 30 tote Reiherenten gefunden worden. Diese hochpathogene Variante wird auch als Geflügelpest bezeichnet. Das Risiko für Menschen durch den H5N8-Erreger gilt als sehr gering.

Seit November 2014 wurden hochpathogene H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit diesen Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden.

Virologen haben in Schleswig-Holstein den Vogelgrippe-Erreger des Subtyps H5N8 an toten Wildvögeln nachgewiesen. Die Tiere waren an mehreren Seen bei Plön verendet. Das hat das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut am Dienstag bestätigt. Weitere Verdachtsfälle aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg (Bodensee) würden derzeit untersucht.

"Das akute Krankheitsgeschehen bei den Wildvögeln ist in dieser massiven Ausprägung besorgniserregend", sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

boj/dpa



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