Haarbeschaffenheit Drei Gene bestimmen über das Hundefell

Forscher sind dem Ursprung von Pudel-Locken und Schnauzer-Haaren auf die Spur gekommen: Die Unterschiede in Farbe, Länge und Beschaffenheit des Hundefells sind auf lediglich drei Gene zurückzuführen.

Tyrone Spady

Warum hat der Dackel kurzes glattes Haar und ein Pudel Locken? Eine Antwort auf diese Frage haben nun Wissenschaftler im Erbgut des Haushundes gefunden. Auf der Suche nach den verantwortlichen Genen screenten Edouard Cadieu vom National Human Genome Research Institute in Bethesda das Erbgut von über tausend Tieren. Sie verglichen die Daten mit der jeweiligen Fellbeschaffenheit der untersuchten 80 Rassen. So konnten sie zeigen, dass allein die drei Gene RSPO2, FGF5 und KRT71 die verschiedenen Merkmale bestimmen.

Die Gene sind bei allen Hunderassen, wie auch bei ihrem Vorfahren, dem Wolf, in einfacher Ausführung vorhanden. Hunde, deren Fell weitgehend wie das ihres Urahnen ist, nämlich kurz und mit ungelockten Haaren, weisen wie der Wolf die Originalform der Gene auf. Wölfe wurden vor etwa 15.000 Jahren vom Menschen domestiziert und nach bestimmten Kriterien ausgewählt und gezielt gezüchtet, auch nach der Fellbeschaffenheit.

Züchtung nicht immer von Vorteil

Durch die seit 200 Jahren gezielt betriebene Züchtung von Fellmerkmalen veränderten sich die Gene verschiedener Rassen jedoch schon in einer kurzen Zeitspanne enorm, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science". Das Erbgut modernerer Rassen weise daher Mutationen in den drei Genen auf, sowie unterschiedliche Wiederholungen der DNA-Abschnitte, was eine Vielzahl von Kombinations- und Variationsmöglichkeiten bietet.

Co-Autor K. Gordon Lark erklärt, die Merkmale, die von den Züchtern ausgewählt wurden, müssten nicht unbedingt von Vorteil für die Hunde sein. Nicht die natürliche Auslese habe entschieden, welche Individuen sich vermehrten, sondern von Züchtern geschaffene Kriterien. Viele Tiere haben eine kürzere Lebensspanne, da sie anfälliger für Krebs, Immunerkrankungen und Alterserscheinungen wären, erklärt Lark.

Die Resultate seien deshalb von großem Interesse, da der Mensch mit dem Hund viele Merkmale, darunter auch Krankheiten, teile. Nicht umsonst würden Hunde in vorklinischen Studien für Medikamente verwendet. Vom besseren Verständnis der Genetik der Tiere erhoffen sich die Forscher Aufschlüsse über das menschliche Erbgut.

hda/ddp

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.